Marokko

Massive Proteste zum Ende des Ramadan

Die berechtigten Proteste der Massen im marokkanischen Rif lassen nicht nach.

Marokko (Korrespondenz)
Massive Proteste zum Ende des Ramadan
Mutige Proteste gegen die autokratische Herrscherdynastie haben in Marokko in den letzten Jahren zugenommen. Hier im Bild eine Besetzung im Jahr 2012 (rf-foto)

Das Abschlussfest zum islamischen Ramadan, Aïd Al Fitr, stand im Rif-Gebiet im Zeichen von Polizeigewalt, Militarisierung und der nicht nachlassenden Protestaktionen der Bevölkerung. Die Stadt Al-Hoceima wurde von gepanzerten Fahrzeugen eingekesselt, Sperrstunde wurde verordnet und sämtliche Demonstrationen untersagt.

 

Zahlreiche Menschen fordern die Freilassung der Inhaftierten

 

Trotzdem gelang es zahlreichen Menschen sich zu versammeln. Sie verurteilten die korrupte Regierung, forderten unter schwarzen Fahnen die Freilassung der inzwischen über 150 seit Ende Mai Inhaftierten und ein sofortiges Ende der Militarisierung.

 

Die Bevölkerung lässt sich nicht einschüchtern

 

Die Polizei ging äußerst brutal gegen sie vor. Es gab zahlreiche Verwundete und erneute Verhaftungen. Die Bevölkerung lässt sich jedoch trotz Entführungen, Verhaftungen, Folter, brutalen Einsätzen der Polizei und willkürlichen Zerstörungen nicht einschüchtern. In der Nacht entfachte sie bei Kerzenschein auf Töpfe und andere Küchenutensilien schlagend einen lautstarken Protest.