Berlin

Schon wieder abgesoffen! 200 Liter Regen pro Quadratmeter an einem Tag!

Man hatte die Bilder noch vor Augen: Durch Wassermassen übereinander geschobene Autos und riesige Seenlandschaften an jeder tieferen Straßenstelle. Das war Berlin im Juni 2016. Und jetzt schon wieder – und noch dramatischer!

Von MLPD Landesleitung Ost
Schon wieder abgesoffen! 200 Liter Regen pro Quadratmeter an einem Tag!
(foto: Leila Paul (CC BY-SA 3.0))

149 Liter Regen pro Quadratmeter am Freitag. Im Berliner Norden und dem angrenzenden Oranienburg fielen sogar 242 Liter Regen in 24 Stunden. Das ist fast die Hälfte der gesamten durchschnittlichen Jahresniederschlagsmenge von rund 500 Litern. U-Bahnen, Tunnels und Keller vollgelaufen, ein großes Wohnhaus im Zentrum wegen Einsturzgefahr evakuiert, Ausnahmezustand im ganzen Stadtgebiet! Der Begriff „fließender Verkehr“ bekam auf manchen Straßen eine geradezu wörtliche Bedeutung.

(foto: gemeinfrei)
(foto: gemeinfrei)

In Kürze

  • Die Wahrscheinlichkeit solcher Starkregen-Ereignisse hat sich in den letzten Jahrzehnten deutlich erhöht
  • In Berlin fielen 149 Liter Regen pro Quadratmeter am Freitag
  • Veränderungen der "Jetstreams" spielen eine Rolle

Meteorologisch handelte es sich dabei keineswegs um den normalen „Durchzug eines Regengebietes“. Auf den Satelliten-Filmen der Wetterdienste sieht man, wie sich ab Donnerstag ein großes Regenband vom Berliner Raum über Hamburg bis nach Emden zog und sich dort mehr oder weniger festsetzte.

 

Mehrere Faktoren kommen zusammen

 

Die Wahrscheinlichkeit solcher Starkregen-Ereignisse hat sich in den letzten Jahrzehnten auf der Nordhalbkugel der Erde deutlich erhöht. Mehrere Faktoren kommen hier zusammen: Zum einen die fortschreitende Temperaturerhöhung der unteren Atmosphäre, der Meere und der Erdoberfläche, angetrieben vor allem durch die Verbrennung fossiler Rohstoffe. Wärmere Luft kann mehr Wasser speichern, wärmeres Wasser verdunstet stärker. Wolken transportieren die Wassermasse weiträumig – und irgendwo kommt das Ganze wieder runter. Aber warum immer öfter so konzentriert auf eine Region? Hier spielen offenbar Veränderungen der „Jetstreams“ eine Rolle.

 

Finanzierte "Klimaskeptiker" leugnen alles

 

Diese Starkwind-Bänder laufen wellenförmig rund um die Erde, angetrieben durch die großen Temperaturunterschiede zwischen polaren und tropischen Regionen. Durch das großflächige Abschmelzen der Eismassen am Nordpol verringerte sich dieser Temperaturunterschied in den letzten Jahrzehnten. Der nördliche Jetstream wird langsamer und einzelne seiner Ausbuchtungen mit viel gespeichertem Wasser, Hitze oder auch Kälte bleiben tagelang stehen – eine regionale Wetterkatastrophe nimmt ihren Lauf. Die Häufung solcher Extremwetterereignisse muss als Indiz der beschleunigten Herausbildung einer globalen Klima- und Umweltkatastrophe gewertet werden. Die von großen Konzernen finanzierten „Klimaskeptiker“ leugnen das. Ultrareaktionäre wie der US-amerikanische Präsident Donald Trump gehen sogar sehenden Auges in die Katastrophe indem sie den Ausbau der Kohleverstromung und Fracking favorisieren.

 

Monopolpolitiker zu denen auch die deutsche Bundesregierung gehört, welche ihre "Klimaziele" in diesem Jahr weit verfehlen wird - gehen letztlich über Leichen. Sie nehmen Verletzte oder geschädigte Menschen wie gerade in Berlin mutwillig in Kauf. Für sie zählt vor allem der Profit des allein herrschenden Finanzkapitals, dessen Geschäfte sie führen. Sie zu stoppen erfordert eine weltweite Front des aktiven Widerstands. Die MLPD ist nicht nur eine revolutionäre Arbeiterpartei, sondern auch Partei des radikalen Umweltschutz. Sie will die notwendige revolutionäre Überwindung des Kapitalismus auch in die Proteste gegen den G20-Gipfel einbringen.