Stuttgart

Spannende Internationalismus live-Veranstaltung mit Monika Gärtner-Engel

Monika Gärtner-Engel hat am 1. Juli im Arbeiterbildungszentrum in Stuttgart-Untertürkheim eine spannende und gut besuchte Veranstaltung zum Thema "Das imperialistische Weltsystem nimmt Kurs auf Krieg und Reaktion" durchgeführt.

Korrespondenz aus Böblingen
Spannende Internationalismus live-Veranstaltung mit Monika Gärtner-Engel
Monika Gärtner-Engel sprach vor vollem Hause (rf-foto)

Die Referentin ist zugleich Spitzenkandidatin zur Bundestagswahl in Baden-Württemberg, ICOR-Hauptkoordinatorin sowie Internationalismusverantwortliche der MLPD. Sie begann den Vortrag mit den Worten: "Ich möchte heute den Blick auf grundlegende Entwicklungen, Hintergründe und Perspektiven lenken". Dass ihr dies sehr gut gelungen ist, zeigte sich u.a. in den anschließenden Redebeiträgen.

Neu: Entwicklung neuimperialistischer Länder

Der einstündige Vortrag spannte einen Bogen über den Beginn des Imperialismus, die beiden Weltkriege, die Befreiungsbewegungen danach, den Neokolonialismus bis hin zum Entstehen der neuimperialistischen Länder. Mit ihrer Entwicklung seit dem Jahr 2000 ist für sie ein grundlegendes neues Problem entstanden. Auch sie häuften immer mehr überschüssiges Kapital an, das nicht mehr maximalprofitbringend angelegt werden konnte. Ursprünglich hatten die internationalen Monopole ihr überschüssiges Kapital in der letzten Weltwirtschaftskrise 2009 in Länder wie China, Indien, Südkorea,Türkei,
Russland usw. investiert, um schneller aus der globalen Wirtschafts- und Finanzkrise herauszukommen. Ungewollt hatten sie damit dazu beigetragen, ihre Konkurrenz mit aufzubauen. Der Anteil Chinas unter den 500 größten internationalen Übermonopolen ist von zwölf im Jahr 2000 auf 103 in 2015 gestiegen.

Kapitalexport ist Kennzeichen eines imperialistischen Landes

Anhand der Türkei konnte nachgewiesen werden, dass diese sich innerhalb von kurzer Zeit in ein neuimperialistisches Land verwandelte. 1990 wurden 1 Mrd. US-Dollar, heute 45 Mrd. US-Dollar Kapital exportiert. Kapital zu investieren bedeutet, andere Länder abhängig zu machen und auszubeuten. Der Kapitalexport ist ein Kennzeichen eines imperialistischen Landes. Die Anzahl der Beschäftigten in der Landwirtschaft der Türkei hat sich drastisch verringert und  ein modernes Industrieproletariat  entwickelte sich.

Die Aggressivität des Erdogan-Regimes hat Auswirkungen bis in Belegschaften der Großbetriebe anderer Länder, da die Monopolbourgeoisie  über die von ihr beherrschten Medien, Moscheebauten u.a. zur Spaltung der Arbeiter auch bei uns beiträgt.

Indien: Enorm wachsendes Industrieproletariat

Ebenfalls wächst in Indien die Arbeiterklasse enorm. Am 2. September 2016 beteiligten sich 180 Millionen Arbeiter und Arbeiterinnen aus allen Bereichen am Generalstreik gegen die faschistoide Modi-Regierung. Der Aufstieg der neuimperialistsichen Länder trägt zum massiven Rückfall des US-Imperialismus und zu dessen besonderer Aggressivität, verkörpert von der ultrareaktionären, rassistischen und faschistoiden Regierung Donald Trumps, bei.

Anschließend lebhafte Diskussion und ein Lied

Die über 170 Anwesenden spendeten 881,25 Euro und beteiligten sich aktiv an der Diskussion. Dort wurde auch von Angriffen auf Belegschaften bei Bosch in Reutlingen und Daimler Untertürkheim mit neuen „Horrorkatalogen“ und „Schweinelisten“ berichtet. Bei Porsche wurde auf der Betriebsversammlung dem aktiven Kollegen und Bundestagskandidaten der Internationalistischen Liste/MLPD, Siggi Herrlinger, von der Geschäftsleitung empfohlen, er solle doch kündigen. Hintergrund: Siggi hatte beharrlich nachgefragt, wie es bei Porsche mit dem Abgasbetrug steht. Zum Schluss wurde gemeinsam das Lied gesungen „Wer begriffen hat die Welt zu ändern, der steh auf und fasse Mut ...".