G20-Proteste

Erfolgreiche kämpferische antiimperialistische Demo zog durch Hamburg

Zur heutigen Großdemonstration „Grenzenlose Solidarität statt G20“ gegen den G20-Gipfel kamen mindestens 76.000 Internationalisten, klassenkämpferische Gewerkschafter, Umweltschützer, Revolutionärinnen und Revolutionäre und vor allem viele rebellische Jugendliche.

Von bs / ffz / jw
Erfolgreiche kämpferische antiimperialistische Demo zog durch Hamburg
Das Internationalistische Bündnis mittendrin in der Demo (rf-foto)

Ein breites, buntes Spektrum machte den imperialistischen Monopolpolitikern der G20 klar, dass weder sie noch ihre Politik in Hamburg willkommen sind.

Die mächtige Demo vom Samstag mit mindestens 76.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern (rf-foto)
Die mächtige Demo vom Samstag mit mindestens 76.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern (rf-foto)

In Kürze:

  • Die Demonstration war internationalistisch und zukunftweisend
  • Wachsende Suche nach einer gesellschaftlichen Alternative beantwortet
  • Perspektive des echten Sozialismus wurde lebendig

Auftaktkundgebung des Intenationalistischen Bündnisses

Das Internationalistische Bündnis organisierte ab 11 Uhr eine Auftaktkundgebung, die über zwei Stunden dauerte und auf viel Aufmerksamkeit stieß. 350 Menschen nahmen an dieser Auftaktkundgebung dauerhaft teil. Tausende kamen auf dem Weg zur Demo daran vorbei. Während der Demo wuchs der Block gemeinsam mit weiteren Bündnispartnern auf zeitweise bis zu 800 Teilnehmerinnen und Teilnehmern an. Lisa Gärtner und Jörg Weidemann moderierten und konnten über 20 Redner auf die Bühne bitten - darunter Gabi Gärtner, die Vorsitzende der MLPD.

 

Weiter sprachen Nico Held vom Jugendverband REBELL; Arnold Blum vom Bund Deutscher Milchviehhalter, der auch Direktkandidat der Internationalistischen Liste/MLPD ist; ein Vertreter von Komala - KP Iran; Betriebsräte und Vertrauensleute von Siemens Berlin sowie VW Kassel und Braunschweig; Arbeiter von Siemens, VW, Daimler, Opel und andere; Rederinnen und Redner vom Frauenverband Courage, von der Umweltgewerkschaft sowie Initiator(inn)en der Umweltplattform im Internationalistischen Bündnis.

Es sprachen weiter: eine Kollegin, die die Zustände in der Pflege anprangert sowie der sechsjährige Franz mit einem T-Shirt, auf dem treffend „I‘m the Future“ stand. Zaman Masudi aus Hamburg, Joachim Griesbaum von der Internationalen Koordinierung revolutionärer Parteien und Organisationen (ICOR) und Rebellen aus Heilbronn, die gegen Abschiebungen kämpfen. Noch viele weitere ergriffen das Wort. Zwischendurch sorgten Nico und Jonas, die Kulturgruppe von Komala und „Nümmes Straßenrock“ aus Berlin für die passende Kultur.

Breites Spektrum an Teilnehmern

Weitere Bündnisorganisationen wie die Konföderation der Arbeiter aus der Türkei in Europa (ATIK) und deren Jugendorganisation Neue Demokratische Jugend (YDG) beteiligten sich an der Auftaktkundgebung. Einhellig wurde die Gewalt der Polizei gegen Demonstrantinnen und Demonstranten sowie gegen das Gipfelcamp verurteilt. Betroffen von Verhaftungen sind auch Mitglieder der Bündnisorganisation Antikapitalistische Aktion Bonn (AKAB) und weitere Organisationen der Jugendplattform.  Das führte zu breiter Empörung bei den Anwesenden. Eine Botschaft an sie wurde sofort von allen verabschiedet. Es wurde deutlich: Der Sozialismus ist die Antwort auf die krisenhafte gesellschaftliche Entwicklung und ermöglicht erst, dass der technische und kulturelle Fortschritt der Menschheit sich entfalten kann. Auch nach den Protesten gilt es, geduldig und organisiert am antiimperialistischen Kampf weiterzuarbeiten.

Demonstration ließ sich nicht von der Polizei provozieren

Die anschließende Demonstration war erfolgreich, kämpferisch und antiimperialistisch. Sie hat sich auf verschiedene Provokationsversuche der Polizei nicht eingelassen. Die Kundgebung auf dem Wagen des Internationalistischen Bündnisses wurde eben beendet. Anders als in vielen anderen Blöcken ging es hier nicht nur gegen den Kapitalismus, sondern es wurde die gesellschaftliche Perspektive des echten Sozialismus lebendig. 

 

Der Block vertrat mit Transparenten, Redebeiträgen und hunderten Gesprächen konsequent die Grundlinie, gegen jeden Imperialisten vorzugehen. Klassenkämpferische Arbeiterinnen und Arbeiter aus mehreren Monopolbetrieben waren ein Alleinstellungsmerkmal des Blocks. Fast 100 Menschen wollen in Kontakt mit dem Internationalistischen Bündnis bleiben - 34 davon wollen den REBELL kennenlernen, in Kontakt bleiben oder mitmachen.

 

Rund 200 Parteiprogramme der MLPD wurden gegen Spende abgegeben, viele Exemplare des Rote Fahne-Magazins und Zeitschriften des REBELL verkauft. Die Aktivisten am Büchertisch vertrieben Literatur für knapp 700 Euro. Einen großen Block bildeten kurdische Kräfte. Hier wurde am Ende auch Salih Müslim live zugeschaltet. Ihm hatte die Bundesregierung erneut die Einreise verweigert.

Über sechs Stunden Kultur

Über sechs Stunden gab es in diesem Block Kultur und offenes Mikrofon. Bemerkenswert dabei auch viele tiefgehende Redebeitrage - nicht zuletzt vom Jugendverband REBELL. Das Bündnis hat neue Freunde gewonnen. So sprachen Revolutionäre aus Kaschmir gegen den indischen Imperialismus auf dem Wagen des Internationalistischen Bündnisses. In einer solidarischen Streitkultur wurden auch Widersprüche innerhalb der Bewegung diskutiert. So zur Frage des schwarzen Blocks und der Polizeigewalt. Bei aller berechtigten Kritik am pseudoradikalen Abenteurertum ging die Hauptgewalt in dieser Woche eindeutig vom Staatsapparat aus.

 

Beeindruckend war die internationale Beteiligung am offenen Mikro. Darunter Beiträge von Menschen aus einigen G20-Ländern wie Mexiko, China, Türkei, Afghanistan, USA.  Es waren auch Menschen aus den Nicht-G20-Staaten Kurdistan und Ghana und natürlich aus allen Regionen Deutschlands anwesend.

 

Ein Teilnehmer brachte die Stimmung auf den Punkt: „Es ist für mich selbstverständlich hier zu sein und mit allen anderen 'Nein' zu Donald Trump, Erdogan, Merkel und wie sie alle heißen zu sagen. Die machen diesen Planeten kaputt und ich sehe dem nicht tatenlos zu.“