Demokratische Kräfte Syriens

"IS-Hauptstadt" Al-Raqqa vor dem Fall

Raqqa – die sogenannte „Hauptstadt des faschistischen Islamischen Staats“ (IS) steht vor dem Fall.

Von hkg
"IS-Hauptstadt" Al-Raqqa vor dem Fall
SDF-Kämpfer geleiten Zivilisten aus den umkämpften Vierteln (foto:ANF)

In harten Kämpfen dringen die Einheiten der Demokratischen Kräfte Syriens (SDF) - mit den Volks- und Frauenverteidigungseinheiten (YPG/YPJ) aus Rojava als Kern - immer tiefer nach Raqqa vor. Sie erobern Stadtviertel um Stadtviertel. Bei den SDF handelt es sich um ein militärisches Kampfbündnis mit mehr als 50.000 Kämpferinnen und Kämpfern, die die Hauptkraft im Befreiungskrieg gegen den IS und seine Hintermänner bilden. Ziel der aus Kurden, Arabern, Turkmenen, Christen und weiteren Kräften gebildeten SDF ist ein demokratisches Syrien - mit gleichberechtigten Ethnien und Religionen. Das ist die Vision von Demokratie und Freiheit für ein selbstverwaltetes Syrien nach dem Sieg über den IS.

SDF-Kämpfer vor Raqqa (foto: ANF)
SDF-Kämpfer vor Raqqa (foto: ANF)

In Kürze:

  • Die Einheiten der SDF haben zwei Lücken in die Stadtmauer von Raqqa geschlagen und dringen jetzt in die Altstadt vor
  • Attacken der IS-Faschisten werden unter Opfern zurückgeschlagen
  • Der Fall von Raqqa wird kommen

Die SDF haben ihre Kräfte für die Eroberung der Stadt um etwa 1.000 Kämpferinnen und Kämpfer verstärkt. Als erste Hauptaufgabe sehen sie, den vielen Zivilisten in Raqqa die Flucht zu ermöglichen. Laut UNO-Angaben leben noch etwa 160.000 Zivilisten in der Stadt. Aktuell werden 2.500 IS-Faschisten in der Stadt vermutet.

 

IS-Attacke zurückgeschlagen

Der IS hat hat gestern bei einer Attacke auf die SDF im Stadteil Hisham Abd Al-Malik einen verzeifelten Versuch unternommen, die Befreier zu stoppen - mit für sie tödlichem Ausgang. Insgesamt 27 IS-Faschisten sind tot. Drei Kämpferinnen und Kämpfer der SDF haben ihr Leben verloren.

 

SDF: Systematisch die Dörfer um Raqqa befreit

Seit Monaten bereiteten die SDF den Sturm auf Raqqa vor, indem sie systematisch die umliegenden Dörfer vom IS befreiten. Sie gelten als die konsequentesten und erfolgreichsten Kämpfer gegen den faschistischen und terroristischen IS. Unterstützt werden diese Kräfte von den USA, die in der Region eigene imperialistische Interessen verfolgen, und die aus der Luft Stellungen des IS bombardieren. Aber ohne den Kampf am Boden ist der IS nicht zu besiegen.

 

Die Enkel der Osmanen sollten nicht zu viel erhoffen. Sie werden keinen Tag Ruhe finden.

General Commander Hacı Ehmed (Armee der Revolutionäre/SDF)

General Commander Hacı Ehmed von der Armee der Revolutionäre, die ebenfalls innerhalb der SDF kämpft, erklärte gegenüber der Nachrichtenagentur ANF: „Die Enkel der Osmanen sollten nicht zu viel erhoffen. Sie werden keinen Tag Ruhe finden. Wir überlassen keinem von ihnen unser Land.“ (eigene Übersetzung)

 

Zwei Breschen in die Stadtmauer geschlagen

An zwei Stellen in der ca. 2,5 Kilometer langen Stadtmauer wurden gestern durch Einheiten der SDF ca. 25 Meter breite Durchgänge geschlagen, durch die die SDF-Kämpferinnen und Kämpfer die IS-Stellungen umgehen können. Diese haben an den Stadttoren Sprengfallen angebracht, um das Eindringen zu verhindern. Mit den zwei Breschen kann eventuell auch die historische Stadtmauer im Wesentlichen erhalten bleiben.

 

Erdogan lässt Rojava angreifen

Dem türkischen faschistischen Regime unter Recep Tayyip Erdoğan behagt dieses Vordringen der SDF überhaupt nicht. Erdoğan versucht, durch Bombardierung kurdischer Dörfer in Rojava die kurdisch-arabischen Kräfte vor Raqqa dazu zu bringen, einen Teil ihrer Truppen zum Schutz der Dörfer in Rojava abzuziehen. Gerade gestern wurden durch Artilleriebeschuss von Dörfern im Kanton Âfrin mehrere Menschen getötet. Erdoğan zeigt der Welt deutlich, auf wessen Seite er steht. Dem muss durch die internationale Solidarität mit dem Kampf der Kurden um Freiheit und Demokratie entschieden entgegengetreten werden.

 

Der Sieg wird nicht einfach

Der Sieg über den IS wird nicht einfach werden. Aber der Weg, den die Demokratischen Kräfte Syriens eingeschlagen haben, ist erfolgreich. Er zeigt, dass kurdische und arabische Menschen ihre Lebensinteressen gemeinsam angehen. Dieser Weg zeigt auch, dass die in unseren Medien verbreitete „Angst der Araber vor einer kurdischen Herrschaft“ völlig unbegründet ist.