Antifaschismus in Themar

Kein Fußbreit den Faschisten: weder am 1. noch am 15. Juli

Die Menschen in Themar (Südthüringen) wehren sich gegen Rechtsrockkonzerte in ihrer Stadt.

Von Rebell Halle/Saale
Kein Fußbreit den Faschisten: weder am 1. noch am 15. Juli
Die von den Themarern gemalten Plakate gegen das Rechtsrockkonzert werden von den Menschen stolz durch die Straßen getragen (rf-foto)

Das erste Nazi-Konzert im südthüringischen Themar sollte am 1. Juli stattfinden. Es wurde kurzfristig nach Gera verlegt. Trotzdem sagten sich die Themarer: Wir zeigen auch heute schon mal, dass wir für den 15. Juli, an dem wieder ein Rechtsrockkonzert in der Stadt angesagt ist, gut vorbereitet sind.

Zirka 70 Menschen feiern antifaschistisch auf dem Marktplatz

Am 1. Juli fand in Themar nun ein Fest mit circa 70 Teilnehmerinnen und Teilnehmern auf dem Marktplatz statt. Die Einwohner in Themar wollen zeigen, dass sie klar links stehen und die Faschisten bei sich nicht haben wollen. Es gab einen mitreißenden Auftritt der Band 3st.ich.kite (gesprochen: Dreistigkeit, eine der Stammgäste beim Rebellischen Musikfestival), und eine Plakat-Mal-Aktion, wobei jeder seine Forderungen und Argumente gegen die Faschisten zum Ausdruck bringen konnte.

Mit Plakaten durch die Ernst-Thälmann- und die Leninstraße

Im Anschluss wurden die ungefähr 40 bunten Plakate bei einer kleinen Demonstration unter anderem durch die Ernst-Thälmann-Straße und die Leninstraße getragen, und sie werden in den nächsten Tagen in der Stadt aufgehängt. Der Bürgermeister hat das persönlich genehmigt.

Südthüringen steht links

Zu Beginn der Veranstaltung gab es ein offenes Mikrofon. Außer Bürgermeister, Hubert Böse sprachen der parteilose Erik Schneider von der Fraktion der Linkspartei im Themarer Stadtrat und Tassilo Timm vom Jugendverband REBELL. Er überbrachte kämpferische Grüße: „Letztes Jahr wurden wir von den sogenannten „Anti-Deutschen“ beschimpft, dass wir die Demo in Hildburghausen mit initiiert haben. In ihrer Überheblichkeit meinten sie 'Die Region hätte die Nazis verdient'. Wir vertrauten auf die eigene Kraft, um den Widerstand zusammen mit den Leuten zu organisieren. ... Wir sichern euch unsere Unterstützung zu und mobilisieren ordentlich!“

 

Zusammenarbeit auf Augenhöhe ist wichtig

Die Aktion gegen die Faschisten wird zum Erfolg, wenn alle Kräfte auf Augenhöhe zusammenarbeiten. Das ist auch der Wunsch und die Praxis der Themarer! Mehrere Interessenten trugen sich auch in die Mitmach-Liste für das Internationalistische Bündnis ein.