Arbeitsplatzvernichtung

Streik bei Schmitz-Cargobull vorerst ausgesetzt

Nach einem sechsstündigen „Sondierungsgespräch“ zwischen der Unternehmensleitung, der IG Metall und dem Betriebsratsvorsitzenden bei Schmitz-Cargobull letzten Dienstag, hat die Belegschaft beschlossen, den Streik auszusetzen.

Von Gerd Pfisterer
Streik bei Schmitz-Cargobull vorerst ausgesetzt
Konzernzentrale von Schmitz-Cargobull in Horstmar (foto: stahlkocher (CC BY-SA 3.0 nicht portiert)

Mittlerweile produzieren die 156 Beschäftigten wieder LKW-Kühlaufleger. Es wurde ein gemeinsames Eckpunktepapier verabschiedet, wonach Unternehmen, IG Metall und Betriebsrat gemeinsam den Standort hinsichtlich seiner Wirtschaftlichkeit, Wettbewerbsfähigkeit und Erhaltung bis zur Aufsichtsratssitzung am 26. September überprüfen. Nach eigenem Bekunden wollen sie ein „Zukunftskonzept“ erarbeiten.

 

"Zukunftskonzept" bedeutet Zugeständnisse der Belegschaft

Das geht aber nur, wenn die Produktion in Toddin „billiger“, das heißt für den Kapitaslisten profitabler ist als eine Verlagerung nach Litauen oder Thüringen. Damit ist aber bereits vorprogrammiert, dass die Belegschaft Zugeständnisse machen muss – durch Vernichtung von Arbeitsplätzen und Steigerung der Ausbeutung. Dass das Unternehmen bislang vor der Umsetzung der Schließung zurückgewichen ist, lag aber nicht an „überzeugenden“ Wirtschaftlichkeitsberechnungen, sondern am Zusammenhalt und der Kampfbereitschaft der Belegschaft, der ökonomischen und politischen Wirkung des Streiks.

 

Es ist ein sehr großer Erfolg für uns und ein Vorzeigeerfolg für die Region.

Ewald Glaser, Arbeiter bei Schmitz-Cargobull

Ein Kollege, Ewald Glaser, der seit 26 Jahren in Toddin arbeitet, erklärt stolz: „Es ist ein sehr großer Erfolg für uns und ein Vorzeigeerfolg für die Region. Wir haben gezeigt, was man schaffen kann, wenn man zusammenhält“. Die Kolleginnen und Kollegen sind gut beraten, sich auf einen selbständigen Kampf zur Verteidigung ihrer Arbeitsplätze einzustellen.