Stahl

ThyssenKrupp will sich bis September vom Stahl trennen

Bis September will thyssenkrupp die Trennung vom Stahl über die Bühne bringen – das meldete gestern das Handelsblatt mit Berufung auf „Unternehmenskreise“.

Von Gerd Pfisterer
ThyssenKrupp will sich bis September vom Stahl trennen
Stahlarbeiter-Kundgebung am 4. Mai in Duisburg (rf-foto)

„Da müssen wir uns warm anziehen“ - so ein Kollege aus Duisburg zu dieser Meldung und befürchtet gravierende Auswirkungen auf die Arbeitsplätze. In der Stahlsparte von thyssenkrupp sind 27.000 Kolleginnen und Kollegen beschäftigt. Vorstandschef Heinrich Hiesinger reist im Juli noch nach Indien, um mit dem Chef des indischen Mischkonzerns Tata die Fusion von thyssenkrupp Steel mit Tata Steel Europe zum Abschluss zu bringen.

 

Beide Konzerne verhandeln seit zwei Jahren. Für den Fall eines Scheiterns plant der Vorstand einen Teilverkauf nach Asien oder Osteuropa, bzw. einen Börsengang. Ein Verbleib im Konzern sei keine Option – zitiert das Handelsblatt „Unternehmerkreise“. Die Trennung vom Stahlbereich ist Teil der Neuordnung der weltweiten Stahlindustrie – sie dokumentiert die Kräfteverschiebung auf dem Weltstahlmarkt durch die Entstehung neuimperialistischer Länder wie China oder Indien.

 

Im Zuge dieser Neuordnung planen die Stahl-Monopole, weltweit Hunderttausende Arbeitsplätze zu vernichten. Thyssenkrupp hat den Kampf um die Spitze auf dem Weltstahlmarkt verloren – das ist der Grund für die Trennung vom Stahl. Für die Beschäftigten von thyssenkrupp steel steht jetzt an, den Kampf bis zum selbständigen Streik um jeden Arbeits- und Ausbildungsplatz vorzubereiten – länderübergreifend und für die 30-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich! Je länger die Belegschaft wartet, desto besser kann sich thyssenkrupp vorbereiten.