VW Braunschweig

Zwangsweise nach Kassel oder kein Vertrag

Aktuell setzt der VW-Konzern die Belegschaft mit Verträgen, die nur gültig werden, wenn die Kollegen nach Kassel umziehen, unter Druck.

Braunschweig (Korrespondenz)

Als ich am 30. Juni in Halle 30 zur Nachtschicht kam, dachte ich: „Was ist denn hier los!“ Da kam ein Kollege zu mir: „Ey hast du gehört, wir sollen uns bis morgen, 9 Uhr, entscheiden, ob wir ab dem 1. August 2017 für ein Jahr nach Kassel gehen! Auch alle anderen Befristeten sollen bis Vertragsende nach Kassel gehen!“

 

Eine Riesenschweinerei

 

Er meinte dann: „Das ist eine Riesen-Schweinerei, die tun so als hätten wir kein Leben hier und gleichzeitig tun sie so, als ob man eine Wahl hat. Was soll ich machen? Arbeitslos werden? Und dann meinte mein Meister zu mir: ‚Du kannst dir ja schon mal eine Wohnung suchen in Kassel?‘ Ohne, dass ich einen Vertrag unterschrieben habe, suche ich gar nichts, und mit einem Monat Vertrag bekomme ich auch keine Wohnung. Die machen sich keine Gedanken über uns oder die Kollegen die hier bleiben, den geht es nur um ihren Profit!“ Recht hat er!

 

Wir brauchen die Kollegen

Kolleginnen und Kollegen von VW Braunschweig

 

Zwar schwingen bei den Kollegen noch Hoffnungen mit, dass sie einen Festvertrag bei VW bekommen! Wir brauchen die Kollegen, weil wir sonst kaum mit der Arbeit hinterher kommen und der Druck auf alle wächst. Zuerst ruft die Personalchefin die Kollegen Pfingsten Zuhause an, dass sie am Dienstag noch bitte für zwei Monate einen Vertrag unterschreiben und dann bekommen sie einen Tag vor dem Urlaub Bescheid, dass sie sich entscheiden müssen für den Befristeten Vertrag nach Kassel zu ziehen.

 

Das nennt man dann "TOP-Arbeitgeber"

 

Das nennt man dann "TOP-Arbeitgeber!" Tatsächlich nehmen sie doch unsere Arbeitskraft und wollen dafür immer weniger bezahlen. Die Auslerner wurden im Bus nach Kassel gefahren. Bei der Präsentation, was auf sie in Kassel wartet, haben sie erklärt bekommen, wie man auf Immo-Scout24 nach Wohnungen in Kassel sucht! Klasse auf die Idee wäre bestimmt niemand von denen gekommen!