Dockerstreik

371 Stunden Stillstand in Göteborgs Hafen

Seit ungefähr einem Jahr kämpfen die Kolleginnen und Kollegen der schwedischen Hafenarbeitergewerkschaft (SDU/ Swedish Dockworkers Union – Svenska Hamnarbetarförbundet) um die Anerkennung ihrer tariflichen Rechte und ihrer Gewerkschaft auf dem größten Containerterminal Schwedens, APMT Göteborg.

Von jb

Rund 85 Prozent aller Hafenarbeiter*innen sind bei der SDU organisiert. APMT, A.P. Møller Terminals, ist ein Tochterunternehmen der größten Containerreederei Mærsk. Es betreibt Containerterminals und Umschlaganlagen in der gesamten Welt und gehört zu den vier Global Network Terminals, die weltweit in über 50 Prozent der Häfen Umschlagsanlagen betreiben.

 

160 Hafenarbeiter ausgeschlossen

Am 29. Juni fand ein achtstündiger Streik mit Kundgebung in Göteburg und zweistündige Solidaritätsstreiks, organisiert vom Dachverband idc (international dockers council), unter anderem in Spanien, Portugal und der Slowakei statt.

 

160 kämpferische Kolleginnen und Kollegen wurden ausgeschlossen, dafür riskierte das Management die Folgen eines 371-stündigen Stillstands an den Kaianlagen in Göteborg. In demagogischer Art macht APMT die Docker für den Stillstand am Kai verantwortlich, was aufs schärfste abzulehnen ist.

 

Weltweite Bedeutung

Diese Auseinandersetzung hat weltweite Bedeutung, da es APMT darum geht an einer kämpferischen Belegschaft ein Exempel zu statuieren. Es ist eine vergleichbare Auseinandersetzung wie in Deutschland um das Tarifeinheitsgesetz. Kämpferischen Gewerkschaften wie der GDL werden - unter fadenscheinigen Vorwänden - das Vertretungsrecht aberkannt. Oder sie werden dazu gezwungen sich dem Kurs der Klassenzusammenarbeit und Comanagement unterzuordnen.

 

Dazu hat die Koordinierungsgruppe des 6. Internationalen Hafenarbeitererfahrungsaustauschs mit ihrer Solidaritätserklärung vom 8. März klar Stellung genommen:

 

„… APMT will hier stellvertretend für alle Hafenarbeiter weltweit zeigen, dass nur Gewerkschaften, die zahnlose Tiger sind, akzeptiert werden. Wir brauchen aber Gewerkschaften als Kampforganisationen. … Wir werden nach Kräften die Solidarität mit eurem Kampf organisieren und ihn weiter bekannt machen.

  • Kampf um die gewerkschaftlichen Rechte und freie Wahl der Gewerkschaft!
  • Für den Erhalt der Rechte aus dem Abkommen ILO 137 – Hafenarbeit muss durch qualifizierte und ausgebildete Hafenarbeiter gemacht werden!″