Themar

Buntes, kraftvolles und breites "Nein" zum Faschistenkonzert

Der ganze Ort Themar und Antifaschistinnen und Antifaschisten weit über die Region hinaus, sind heute in der Gemeinde in Thüringen auf der Straße, um gegen das Rechtsrockkonzert des regionalen Faschisten Tommy Frenck am Ortsrand zu protestieren.

Von Gabi Wallenstein
Buntes, kraftvolles und breites "Nein" zum Faschistenkonzert
Trommlergruppe des Jugendverbands REBELL auf einer der blockierten Kruzungen Themars (rf-foto)

Die 3.000-Seelen-Gemeinde in Thüringen ist mit bunten Fähnchen, selbstgemachten Plakaten mit Aufschriften wie "NPD ist ekelhaft" und Transparenten geschmückt.  Die Losung "Keinen Fußbreit den Faschisten" sieht man häufig.

Die Menschen in Themar sagen ihre antifaschistische Meinung (rf-foto)
Die Menschen in Themar sagen ihre antifaschistische Meinung (rf-foto)

In Kürze:

  • Wie schon 2016 im benachbarten Hildburghausen: Proteste gegen Rechtsrockkonzert
  • Das antifaschistische Bündnis ist breit und schließt die Einwohner und Vereine Themars aktiv mit ein
  • Die Polizei untersagt den Faschisten, nach Protesten des antifaschistischen Bündnisses mittlerweile den Zutritt in den Ort.

Die Stimmung der Menschen ist klar gegen die Faschisten. So regt sich der Themarer Schlosser Hans auf: "Schon vor Tagen schrieb die Bild-Zeitung: '7.000 Faschisten stürmen Themar.' Damit will die Zeitung Angst und Schrecken verbreiten. Aber das ist ihr nur zum Teil gelungen. Wir stehen hier gegen die Nazis und ihr Konzert." Seit Wochen verbreitet sich in der Region ein breiter Widerstand unter dem Motto: "Kein Platz für Nazis - Themar bleibt bunt"!

Fünf Protestkundgebungen auf den entscheidenden Kreuzungen

An den entscheidenden Kreuzungen Themars werden fünf Protestkundgebungen abgehalten. Es beteiligen sich die verschiedensten Vereine mit Aktionen an dem Protest: "Sport frei gegen Rassimus";  "Regenbogenfest - Raus aus dem braunen Sumpf". Auch 15 Bürgermeister der Region protestieren. Ulrike Polster, die Pastorin, lädt am offenen Mikrophon zum Friedensgebet an den verschiedensten Stationen der Gemeinde ein. Sie findet: "die Hass- und Blutideologie ganz schlimm".

Internationalistisches Bündnis, MLPD und REBELL mitten im Geschehen

Auch das Internationalistische Bündnis, die MLPD und der Jugendverband REBELL sind aktiv im antifaschistischen Geschehen dabei. Nachdem sie im letzten Jahr der Kern des Protests gegen das Rechtsrockkonzert in Hildburghausen gewesen sind, lassen sie es sich auch 2017 in Themar nicht nehmen, den Faschisten klar zu zeigen, dass sie in Südtthüringen keinen Platz haben.

 

Günther Slave, der Vertreter der MLPD bei "Dresden Nazifrei" berichtet: "In vielen Großstädten traut sich der braune Sumpf inwzischen weniger aufzutreten. Dafür war eine jahrelange Überzeugungsarbeit wichtig, damit sich immer mehr Menschen ihnen entgegenstellen. Jetzt versuchen die Faschisten sich auf dem Land breitzumachen. Dem treten wir entgegen."

Ein Riesenerfolg

Im Vorfeld hatte die Polizei zugesagt,  die Faschisten vom Zutritt in die Gemeinde abzuhalten. Fakt ist aber, dass sie Faschisten ungehindert durchlässt. Dagegen hat die Kundgebung massiv und mutig protesiert. Nach längerem hin und her ist die Polizei bereit, für die Straße ein Betretungsverbot durchzusetzen. Das bedeutet, die Faschisten bleiben auf ihrem Konzertgelände am Ortsrand und dürfen die Gemeinde nicht betreten. Ein Riesenerfolg!

 

Tommy Frenck, Veranstalter sowohl des Konzerts im letzten Jahr in Hildburghausen, als auch jetzt in Themar, hat diese Woche auf Flyern verbreitet, das Konzert sei eine Kundgebung gegen die "unterschätzte linksextreme Gewalt", die man ja auch in Hamburg gesehen hätte. Fritz Hofmann, Betriebsrat bei Opel in Eisenach, war in Hamburg dabei. Er berichtete heute, wie die Polizei systematisch provoziert, und die stundenlangen Gewaltexzesse von Anarchisten und unpolitischen Hooligans regelrecht organisiert hat. 

 

Diese Bilder werden gebraucht, um eine antikommunistische Propaganda gegen die Linke loszutreten. Die eigentlichen gewaltbereiten Extremisten in Hamburg sind aber die G20-Imperialisten. In Themar geht die Gefahr keinesfalls von den Antifaschistinnen und Antifaschisten aus, sondern von den faschistischen Schlägern, die auf dem Konzertgelände anzutreffen sind!

Faschisten stehen für eine Welt, in der Ausbeutung und Unterdrückung mit Terror und mit Gewalt durchgesetzt wird.

Tassilo Timm, Jugendverband REBELL

Tassilo Timm vom Jugendverband REBELL erklärte am Mikrofon: "Faschisten stehen für eine Welt, in der Ausbeutung und Unterdrückung mit Terror und mit Gewalt durchgesetzt wird. Die kommunistische Freiheitsideologie ist dem Tausendmal überlegen, weil sie - wie es im Buchenwaldlied heißt - 'Ja zum Leben' sagt.

 

In diesem Sinne werden die Antifaschistinnen und Antifaschisten in Themar alles geben, damit die Faschisten keinen Fuß in den Ort bekommen.