Donbass-Region

Gefahr durch radioaktives Grubenwasser

Die Gefährdung der Bevölkerung durch verseuchtes, aufsteigendes Grubenwasser ist offensichtlich nicht nur ein Problem der stillgelegten Kohlenzechen im Ruhrgebiet, wo ca. 1,6 Millionen Tonnen Giftmüll und 10.000 Tonnen hochgiftiges PCB eingelagert wurden.

Von Dr. Willi Mast, Gelsenkirchen

Die Bewegung „Kumpel für AUF“ hat im Ruhrgebiet seit Jahren auf die Gefahren hingewiesen und das zum öffentlichen Thema gemacht.

 

In der Jungen Welt vom 12. Juli wird über ähnliche Probleme in der Donbass-Region der Ukraine berichtet. Auch dort wurden Kohle-Bergwerke stillgelegt. Auch dort wollen offensichtlich die Verantwortlichen - sowohl der ukrainischen Regierung als auch der sogenannten „Volksrepublik Donbass“ - die Kosten für das Abpumpen des Grubenwassers („Ewigkeitskosten“) einsparen.

 

Grubenwasser schwer belastet

Deshalb lassen sie die Gruben lieber „absaufen“. Das Grubenwasser ist aber stark belastet durch Schwermetalle, zum Teil auch radioaktiv und bedroht jetzt die Wasserversorgung der Bevölkerung.

 

Hinzu kommt, dass in den Kohle-Gruben zum Teil auch Tierkadaver vergraben sind, die mit Milzbrand-Sporen verseucht sind. Jetzt besteht sogar die Gefahr, dass die ganze Donbass-Region unbewohnbar wird. Dann hätte die ukrainische Regierung auch freie Bahn für das Fracking. Die Konzessionen wurden bereits 2011/12 von dem damaligen Präsidenten Janukowitsch an US-Firmen vergeben.

 

Anstatt gemeinsam die große Gefahr für die Trinkwasser-Versorgung zu beseitigen, gibt es nur Schuldzuweisungen von Politikern der verfeindeten Lager. Gemeinsam ist ihnen die Verantwortungslosigkeit gegenüber Mensch und Umwelt. Angesichts solcher krimineller Machenschaften ist es umso wichtiger, dass die internationale Bergarbeiterbewegung auch den Umweltschutz zu ihrer Aufgabe gemacht hat und über Ländergrenzen hinweg zusammenarbeitet.