VW-Krise

Motorenentwickler von Audi in U-Haft – und die Vorstände?

In Deutschland ermitteln inzwischen mehrere Staatsanwaltschaften gegen Manager von VW, Daimler, Audi und Bosch.

Von Gerd Pfisterer
Motorenentwickler von Audi in U-Haft – und die Vorstände?
Audi-Werk in Neckarsulm (foto: I, Rosenzweig (CC BY-SA 3.0 nicht portiert))

Bosch hat die Betrugssoftware hergestellt und geliefert. Die Staatsanwaltschaft Stuttgart hat gegen drei Bosch-Beschäftigte ein Verfahren wegen des Anfangsverdachts der Beihilfe zum Betrug bei einer „möglichen Manipulation“ der Abgasnachbehandlung eingeleitet. Die US-Justiz hat internationale Haftbefehle gegen sechs VW-Manager erlassen.

 

Vorwurf: „Beteiligung an Betrug und unlauterer Werbung“ 

Anfang letzter Woche wurde von der Staatsanwaltschaft München II ein Motorenentwickler von Audi festgenommen, der seither in U-Haft sitzt. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm „Beteiligung an Betrug und unlauterer Werbung“ vor. Es soll sich um Giovanni P. handeln, der von 2006 bis 2015 Leiter eines Ingenieurteams war, das Abgaskontrollsysteme entwickelt hat. Die Betrugs-Software ist bereits 2007/2008 von Bosch entwickelt und 2008 an leitende Manager bei Audi verschickt worden.

 

Motorenentwicklung ohne Wissen und Kenntnis des Vorstands?

Nachdem Giovanni P. 2015 ins Visier der US-Ermittler kam, war er von Audi beurlaubt worden. Ein leicht zu durchschauender Versuch, sich von dem Manager zu distanzieren. Als ob jemand ohne Wissen und Kenntnis des Vorstandes Motoren entwickeln und Werbung dafür machen kann. Warum sitzen die Vorstände von VW, Porsche, Audi und Bosch und Verkehrsminister Alexander Dobrindt nicht schon längst in U-Haft?