Chemnitz
Arbeitszeitkonferenz der IG Metall
Zur Diskussion über die Arbeitszeit fanden in den letzten Wochen und Monaten regionale und eine zentrale Arbeitszeitkonferenz der IG Metall statt.
Auf der Konferenz in Chemnitz am 13. Juni 2017 hielt Professor Heinz-Josef Bontrup ein Referat zur Diskussion. Bontrup ist Wirtschaftswissenschaftler und einer der Mitinitiatoren des Aufrufs von Wissenschaftlern für die 30-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich. Ein IG-Metall-Kollege berichtet:
„Professor Bontrup kritisierte in seiner Rede, dass in der Befragung der IG Metall die 30-Stunden-Woche ganz ausgespart wurde und dass im Zusammenhang mit einer Arbeitszeitverkürzung sogar Lohnverzicht ins Spiel gebracht wird.
Kritik am IG-Metall-Vorstand
Was ich gut fand und womit er auch den meisten Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus dem Herzen sprach, war seine Kritik am Kuschelkurs des IG-Metall-Vorstandes. Dazu gehört offensichtlich auch, dass Kritiker und fortschrittliche Positionen, wie er sie vertritt, innerhalb der IG Metall unterdrückt werden.
30-Stunden-Woche als nächster Schritt
Angeregt durch seinen Vortrag und die Diskussion der Teilnehmerinnen und Teilnehmer gelang es, die Arbeitszeitverkürzung ins Zentrum der Veranstaltung zu rücken. Wir brauchen endlich die 35-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich im Osten, um dann den nächsten Schritt, die 30-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich, in Angriff zu nehmen. Unternehmerfreundliche Flexibilisierungsvorschläge wie z.B. 'Wahlarbeitszeit' und Ähnliches fanden so gut wie keine Unterstützung.“