Abschiebeversuch Nürnberg

Pfarrerinnen widersprechen Polizei

Der brutale Abschiebeversuch der Nürnberger Polizei gegen einen afghanischen Berufsschüler am 31. Mai ist noch gegenwärtig.

Von ffz
Pfarrerinnen widersprechen Polizei
So sieht es also aus, wenn die Gewalt von "Linksautonomen" losgetreten wird. (rf.foto)

Die Bilder von Polizistinnen und Polizisten, die mit Pfefferspray, bissigen Hunden und Würgegriffen gegen friedliche Mitschülerinnen des Verhafteten losgingen, gingen damals durch die Medien (siehe Rote Fahne News).

Zwei Pfarrerinnen widersprechen der Polizei

Jetzt widersprechen zwei evangelische Pfarrerinnen den öffentlichen Aussagen der Polizei, wonach die Gewalt von angeblichen „Linksautonomen“ ausgegangen sei und die Polizei sich habe verteidigen müssen. Die Pfarrerinnen Sonja Dietel und Cornelia Auers standen zusammen mit dem Dekan Christopher Krieghoff auf dem Gelände der Reformations-Gedächtniskirche, das an die Schule grenzt.

Der Bericht war verkürzt, verharmlosend und beschönigend

Nürnberger Nachrichten

In den Nürnberger Nachrichten werden ihre Aussagen so beschrieben: „‘Der Bericht „war verkürzt, verharmlosend und beschönigend.‘ Das scharfe Vorgehen der Polizei sei ‚nicht erst als Reaktion auf irgendwelche Angriffe erfolgt‘. Die Behauptung, ‚es sei zwischen Polizei und Demonstranten alles zunächst ganz einvernehmlich und friedlich verlaufen, bis die Linksautonomen kamen und alles gestört haben‘, stimme ‚einfach nicht‘. Krieghoffs Einschätzung nach diente die Darstellung der Polizei der nachträglichen Rechtfertigung des harten Vorgehens gegen die Demonstranten.“

Antikommunistische Medienkampagne

Diese Erklärung wird durch die Schilderungen vieler Schülerinnen und Schüler sowie solidarischer Unterstützer gestützt, die die Eskalation ebenfalls auf Seiten der Polizei gesehen haben. Diese Vorgehen der Polizei reiht sich ein in den Rechtsruck der Regierung und des gesamten Staatsapparats. Der Versuch, die Polizeigewalt angeblichen "Linksautonomen" in die Schuhe zu schieben, liegt ganz auf der Linie der antikommunistischen Medienkampagne, die die Herrschenden im Zusammenhang mit den G20-Protesten weiter verstärkt haben.