Klartext

Tassilo Timm

Tassilo Timm spricht Klartext

G20 – von der eigentlichen „unterschätzten Gefahr“ wird abgelenkt

Da ist sie wieder: die schon im Kommunistischen Manifest von Marx und Engels beschriebene „Heilige Hetzjagd gegen den Kommunismus“, zu der sich alle herrschenden Kräfte vereinen. Seit Bismarcks „Sozialistengesetzen“ wurde dafür auch ein – meist inszenierter – Anlass gefunden.


1878 waren es Pistolenkugeln eines verwirrten Arbeitslosen – die allerdings weder Bismarck noch seine Pferde trafen. Sie dienten dazu, die damals noch revolutionäre SPD zu verbieten und alle ihre Anhänger zu Kriminellen abzustempeln. 1933 war es der – vermutlich von den Faschisten selbst inszenierte – Reichstagsbrand, der die faschistische Hetzjagd ge gen alle Anhänger der kommunistischen Ideologie rechtfertigen sollte.

 

Und heute? Einige Dutzend Hooligans, Abenteurer, Kriminelle, zum Teil Faschisten, Polizeiprovokateure und auch sogenannte „Autonome“ durften in der Nacht auf den 8. Juli im Hamburger Schanzenviertel Autos anzünden, Läden plündern und Krawall organisieren – unter dem „Schutz“ der Polizei, die das Schanzenviertel brav umstellte, aber stundenlang nicht einschritt – offenbar auf höhere Weisung. So lieferten sie die Bilder, die die G20 brauchten, um von ihrer Politik abzulenken. Bilder als Illustration für den neuen Anlauf der Hetzjagd gegen den sogenannten „Linksextremismus“.

G20 – von der eigentlichen „unterschätzten Gefahr“ wird abgelenkt Tassilo Timm, Kandidat für die Internationalistische Liste/MLPD in Halle und Sachsen-Anhalt zum Bundestag

Der Zweck ist wie 1878 und 1933 derselbe: Die Suche der Massen nach einer gesellschaftlichen Alternative zu desorientieren.


Justizminister Heiko Maas (SPD) schließt sich der Idee von Konzerten „Rock gegen Links“ an – einer Aufforderung, der Tommy Frenck, Faschisten-Führer in Südthüringen, gerne nachkommt. Das größte Nazi-Konzert 2017, am 15. Juli in Themar, stellte er ausdrücklich unter dieses Motto.


Natürlich sind anarchistische Ladenplünderungen und das Anzünden von Autos und Fahrrädern abzulehnen. Wir Kommunisten sind für die Abschaffung des Privateigentums an Produktionsmitteln in einer sozialistischen Gesellschaft. Aber doch nicht des Privateigentums einfacher Leute. Solche Scharmützel haben mit „links“ nichts zu tun! Und sie lenken davon ab, dass 150.000 Menschen während des G20-Gipfels gegen die eigentliche Gefahr für die Menschheit demonstriert haben: nämlich die Politik der 20 größten imperialistischen Mächte!

Rote Fahne 15/17

Dieser Artikel erschien in der Printausgabe 15/17 der Roten Fahne

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