Münster

Gedenkstein für Zwangsarbeiter schwer beschädigt

Ein Gedenkstein im Münsteraner Stadtteil Hiltrup erinnert an die barbarischen Lebensbedingungen im ehemaligen Zwangsarbeiterlager „Waldfrieden“. Unbekannte haben das Mahnmal samt Fundament aus der Erde gerissen und umgestürzt.

Korrespondenz aus Münster

Damit das Zwangsarbeiterlager aus dem Hitlerfaschismus im Osten Hiltrups nicht in Vergessenheit gerät, wurde vor sieben Jahren ein Mahnmal aufgestellt. Unbekannte haben es jetzt schwer beschädigt. Bis zu 500 Menschen, darunter Frauen und Kinder, waren in dem Zwangsarbeiterlager mit dem unpassenden Namen „Waldfrieden“ untergebracht.

Strafanzeige gegen Unbekannt

„Wir sind verärgert und wütend über diese massive Beschädigung“, erklären Detlef Lorber, Sprecher der „ Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes“ (VVN) und der GAL-Ratsherr Carsten Peters, die sich gemeinsam vor Ort um den Gedenkstein kümmern. Sie haben Strafanzeige gegen Unbekannt gestellt. Die VVN vermutet, dass schon erhebliche Gewalteinwirkung von mehreren Personen im Spiel gewesen sein muss, um den fest gemauerten und schweren Gedenkstein mit Fundament aus dem Boden zu reißen.

Schon früher ähnliche Vorfälle

Bereits zuvor soll es zu Angriffen auf den Gedenkstein gekommen sein, berichtet Carsten Peters. Aber: „Dieser massive Angriff übertrifft alles bisher Dagewesene.“ Das Gedenkensemble, dessen sichtbarster Bestandteil der Gedenkstein ist, wurde 2010 in Kooperation von VVN, dem ökumenischen Kreis für Frieden und Gerechtigkeit, der evangelischen und katholischen Kirche und der örtlichen Politik in Hiltrup aufgestellt. Die BV Hiltrup hatte einstimmig einen Zuschuss für die Errichtung bewilligt. Der Stein soll nun repariert und wieder aufgestellt werden.