Aalen

Rektor untersagt antifaschistische Veranstaltung

Ein Schulleiter sagte aus fadenscheinigen Gründen eine bereits vereinbarte Veranstaltung mit dem Antifaschisten und Buchautor Klaus Dimler ab.

Korrespondenz aus Aalen

Das ist ein direkter Affront auch gegen die Schülermitverwaltung (SMV) und gegen den Referenten. Seit Monaten gibt es faschistische und ausländerfeindliche Schmierereien im Aalener Stadtteil Wasseralfingen. Die Neo-Nazis schreckten auch nicht davor zurück, den muslimischen Friedhof und einen Gedenkstein für erschossene KZ-Häftlinge zu schänden.

 

Als die Schmierereien jetzt auch am städtischen Jugendtreff – wo sich viele ausländische Jugendliche zusammenfinden – und am Talschulzentrum auftauchen, ist das Maß übervoll.

Schüler wollen Flagge zeigen

Der Vorschlag, den Referenten Klaus Dimler, Sohn eines Buchenwald-KZ-Häftlings und Mitautor einer Buchenwald-Broschüre, für eine Schulveranstaltung zu gewinnen, wurde von der SMV des Kopernikus-Gymnasiums Wasseralfingen (KGW) aufgegriffen und gegen Widerstände des Rektors durchgesetzt. In Absprache mit Klaus Dimler wurde sie für Freitagvormittag, am 7. Juli 2017, geplant.

Abendveranstaltung des REBELL

Auch der REBELL Aalen mit Unterstützung der MLPD Heidenheim/Aalen konnte Klaus Dimler für eine Abendveranstaltung am gleichen Tag für vertiefende Diskussionen zum Thema "Faschismus – Auswirkungen und Ursachen" und die Gründung einer öffentlichen antifaschistischen, antimilitaristischen REBELL-AG überzeugen.

 

Eifrig bereiteten die Schüler unter Leitung der SMV und mit Unterstützung einiger Lehrer die Schul-Veranstaltung im Saal der katholischen Gemeinde („Sängerhalle“) in Wasseralfingen vor. Die Technik stand. Alles schien perfekt vorbereitet – bis einige Lehrer den Einladungs-Flyer für die Abendveranstaltung des REBELL in Räumen des KGW fanden.

 

Dann ging alles ganz schnell: Rektor Weiler sagte noch am Donnerstag, dem 6. Juli 2017, die Schul-Veranstaltung ab – offiziell aus technischen Gründen. Fadenscheinige Gründe, denn jeder einzelne Punkt seiner „Technik-Misere“ kann widerlegt werden.

Große Empörung unter den Schülern

Einige Schüler fanden sich dann auch bei der erfolgreichen, und für die hiesigen Verhältnisse gut besuchten, Abendveranstaltung des REBELL ein. Nach dem eindrucksvollen Vortrag Klaus Dimlers entbrannte eine lebhafte Diskussion mit Bezug zu aktuellen Ereignissen (Türkei, G20, etc.); die Notwendigkeit der Organisierung wurde herausgestellt.

 

Dann wurde beraten, wie mit der Herausforderung der Schulleitung weiter verfahren werden kann und eine Resolution wurde einstimmig verabschiedet.