Porsche

Punktsieg für Siegmar Herrlinger

Mit der sofortigen „Freistellung“ und dem Hausverbot durch Porsche sollte Siegmar Herrlinger ein Maulkorb verpasst, und und die Kritik an der kriminellen Manipulation der Abgaswerte sollte unterdrückt werden.

Stuttgart (Korrespondenz)
Punktsieg für Siegmar Herrlinger
Siegmar Herrlinger (rf-foto)

Am Vortag der Betriebsversammlung bei Porsche sollte Siegmar Herrlinger sogar seine persönlichen Gegenstände abgeben. Siegmar Herrlinger, inzwischen Direktkandidat der Internationalistischen Liste/MLPD, beantragte eine einstweilige Verfügung dagegen beim Arbeitsgericht Stuttgart.

Siegmar Herrlinger durfte teilnehmen

Der Vorsitzende Richter Rögele forderte Porsche auf, bis 18 Uhr am selben Tag zu erklären, „was der Teilnahme (von Siegmar Herrlinger) an der morgigen Betriebsversammlung entgegensteht“ und „auf welcher Grundlage die Freistellung sowie das Hausverbot gestützt werden“. Um 12.15 Uhr verfügte das Arbeitsgericht Stuttgart Siegmar Herrlingers Recht auf Teilnahme an der Betriebsversammlung (siehe auch Bericht von gestern).

 

Der Werkschutz erwartete ihn schon: „wir dürfen Sie ab 13 Uhr ins Kasino führen. So lange können wir Ihnen unseren Aufenthaltsraum anbieten.“ Am Morgen noch wurden Mitstreiter vom Werkschutz behindert, als sie die Broschüre der Arbeiterplattform zur VW-Krise mit der Protesterklärung der Wählerinitiative verteilten.

"Da ist ja einiges schief gelaufen"

Ein Kollege fragte erstaunt, „Siggi, du hast doch Hausverbot“, und meinte: „Da ist letztes Mal ja einiges schief gelaufen.“ Betriebsrat Manfred Pache begrüßte Siegmar Herrlinger persönlich, andere Betriebsräte nicht. Nach zweieinhalb Stunden Jubelversammlung wurden am Rande auch die staatsanwaltlichen Ermittlungen gegen Porsche erwähnt.

 

Direkt vor dem Redebeitrag von Siegmar Herrlinger verließen alle anwesenden Vorstände die Versammlung. Schlechte Verlierer: Sie kneifen, vor der Belegschaft zu seinen Argumenten über die Verstrickung der Porsche-Vorstände in den VW-Skandal Stellung zu beziehen.

Siegmar Herrlinger prangert Diskriminierung an

Siegmar Herrlinger kritisierte die Diskriminierungs- und Unterdrückungsmaßnahmen nach seinen Fragen zum VW-Abgasbetrug und zur Verstrickung von Porsche. Nachdem Porsche ihm einen Maulkorb verpassen wollte, hat er sich entschlossen, erst recht als Direktkandidat im Interesse der Kolleginnen und Kollegen gegen die Vergiftung von Mensch und Natur aktiv zu sein und die Schuldigen zur Verantwortung zu ziehen statt die Folgen auf Belegschaften und Masse der Bevölkerung abzuladen.

 

Der Kampf gegen das Hausverbot von Siegmar Herrlinger und die Einschüchterung der Belegschaft geht in die nächste Runde.