Stuttgart

Solidarität mit Siegmar Herrlinger

Seit 39 Jahren arbeitet Siegmar Herrlinger bei Porsche in Stuttgart als IT-Spezialist für Medien - jetzt wurde er mit sofortiger Wirkung von seiner Arbeit „freigestellt“, d.h. gekündigt. Die Wählerinitiative Stuttgart der Internationalistischen Liste / MLPD hat umgehend eine Erklärung dazu veröffentlicht.

Protesterklärung der Wählerinitiative

Wir haben mit großer Empörung erfahren, dass Siegmar Herrlinger, der seit 39 Jahre bei Porsche, zuletzt in Weissach als IT-Spezialist für Medientechnik arbeitet, mit sofortige Wirkung von seiner Arbeit „freigestellt“ wurde. Auch wurde ihm Hausverbot erteilt und er darf nicht an der Betriebsversammlung teilnehmen!

Der Grund ist politischer Natur

Der Grund ist politischer Natur. Siegmar hat auch auf der letzten Betriebsversammlung im Entwicklungszentrum Weissach die kriminelle Abgasmanipulation von VW angeprangert und die Verstrickung von Porsche darin. Daraufhin wurde er noch auf dieser Versammlung vom Personalchef und dem Betriebsratsvorsitzenden als Verleumder angegriffen und aufgefordert, zu kündigen (rf-news berichtete). Es ist ein Skandal, dass gerade diejenigen, die mutig die kriminelle Täuschung der Öffentlichkeit und Zerstörung der Gesundheit von Menschen und Umwelt aufdecken und angreifen, mundtot gemacht und unterdrückt werden sollen. Umgekehrt sind noch immer nicht die Konzernvorstände Gegenstand staatlicher Ermittlungen und Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt hält seine schützende Hand über die Autoindustrie.

Porsche muss Freistellung und Hausverbot sofort zurücknehmen!

Die Wählerinitiative erklärt ihre volle Solidarität mit Siegmar Herrlinger, unserem Direktkandidaten zur Bundestagswahl im Wahlkreis Neckar-Zaber. Porsche muss die Freistellung und das Hausverbot sofort zurücknehmen! Siegmar hat als Automobilarbeiter mutig Verantwortung für den Erhalt der Umwelt und der Arbeitsplätze übernommen. Er hat den „Freistellungsvertrag“ nicht unterschrieben, weil es ein politischer Maulkorb für alle kritischen und kämpferischen Kolleginnen und Kollegen im Betrieb wäre. Freistellung und Hausverbot treten das Recht aller Kolleginnen und Kollegen auf Teilnahme und Meinungsäußerung auf Betriebsversammlungen mit Füßen. Auch ist es ein Verstoß gegen geltendes Recht, dass aus einer Kandidatur zur Wahl keine Nachteile entstehen dürfen.

Keine Abwälzung der VW-Krisenlasten

Ein Markenzeichen der Internationalistische Listen/MLPD sind die vielen Kandidatinnen und Kandidaten aus der Arbeiter-, Umwelt- und anderen Bewegungen, die sich nicht der Diktatur der Monopole beugen, sondern sich auch mit den Konzernen und Regierungen anlegen.
In diesem Sinne werden wir unsere Positionen und Forderungen zur VW-Krise im Wahlkampf weiter zum Schwerpunkt machen:

  • Haftung aller Verantwortlichen
  • Umweltverbrecher strafrechtlich verfolgen
  • Gegen die Abwälzung der Krisenlasten auf die Arbeiterinnen und Arbeiter, die Angestellten und die Kommunen!

Einstimmig verabschiedet auf dem Treffen der Wählerinitiative am 16.7.2017