Stuttgart

Umwelthilfe klagt auf Diesel-Fahrverbot

Heute wird vor dem Verwaltungsgericht Stuttgart die Klage der Deutschen Umwelthilfe auf ein generelles Fahrverbot für Dieselfahrzeuge verhandelt.

Von Gerd Pfisterer

Seit der Bekanntgabe des Diesel-Fahrverbots für Stuttgart ab 2018 durch die schwarz-grüne Landesregierung und der Klagen der Deutschen Umwelthilfe herrscht große Nervosität bei den deutschen Autokonzernen. Seit der großangelegte kriminelle Abgasbetrug bei VW und anderen Autokonzernen aufflog, sinkt der Verkauf neuer Dieselfahrzeuge kontinuierlich.

Diesel-Zulassungen gingen um 8 Prozent zurück

Während die Zulassung neuer PKWs im Juni euopaweit um 2,1 Prozent stieg, gingen die Diesel-Zulassungen in den fünf größten Absatzmärkten um 8 Prozent zurück. Die Autokonzerne sind aber auf den Verkauf von Dieselfahrzeugen angewiesen. Denn die Berechnung der von der EU verordneten Grenzwerte für den CO2-Ausstoß bezieht sich auf die gesamte Fahrzeugflotte eines Konzerns.

 

Weil der Diesel weniger Sprit verbraucht, ist der CO2 Ausstoß eines Dieselfahrzeugs um ca. 15 Prozent niedriger als bei einem Benzinfahrzeug. Bei Daimler macht der Anteil der Dieselfahrzeuge 56 Prozent, bei Audi und BMW 66 Prozent aus. Verschiebt sich das Verhältnis zu Gunsten der Benziner, können die Konzerne ihre CO2-Grenzwerte nicht mehr einhalten und müssen mit saftigen Strafzahlungen aus Brüssel rechnen. Mit der Zusage einer - für den Autobesitzer kostenlosen - Software-Nachrüstung versuchen die Autokonzerne, Fahrverbote zu umgehen.

Software-Updates ändern nichts

Die Software-Updates reduzieren zwar geringfügig den Schadstoffausstoß, ändern aber nichts daran, dass die Grenzwerte bei den meisten Autos nach wie vor weit überschritten werden.