Mittelmeer

Faschisten wollen Flüchtlingshelfer attackieren

Faschisten und Ultrareaktionäre wollen im Mittelmeer Seenotretter sabotieren und aus Afrika kommende Flüchtlingsboote blockieren.

Korrespondenz aus Oberhausen
Faschisten wollen Flüchtlingshelfer attackieren
Syrische und irakische Flüchtlinge kommen an der griechischen Insel Lesbos an (foto: Ggia)

Der Chefplaner dieser menschenverachtenden Aktion ist der aus der Schweiz stammende Faschist Jean-David Cattin, ehemaliger Oberleutnant der schweizerischen Armee. Er wurde 2012 wegen seiner faschistischen Ansichten aus der Armee entlassen.

 

Mit „Gesinnungskameraden“ der sogenannten faschistischen „Identitären Bewegung“ aus Frankreich, Italien, Deutschland und Österreich hat Cattin die Mission „Defend Europe“ monatelang vorbereitet. Dabei halfen ihm auch Geldspenden aus ganz Europa. Allein über die Crowdfunding-Websseite „WeSearch“ sammelten sie online knapp 125.000 Schweizer Franken. Cattin gehört zu den führenden Ideologen der „Identitären“ und ist so genannter Landesleiter in Frankreich.

Frankreich duldet faschistische Ausbildungslager

In Sommercamps bildet Cattin seinen faschistischen Nachwuchs heran, von den Behörden in Frankreich geduldet. Die Bewegung entstand in Frankreich und hat sich auf ganz Europa ausgedehnt. Ihre faschistischen und rassistischen Anhänger gebärden sich als „Patrioten die eine „unerwünschte Vermischung der Kulturen“ in Europa verhindern zu wollen vorgeben. Sie zeichnen sich durch rassistische Ansichten und gewalttätige Aktionen gegen Flüchtlinge und Migranten aus.

Antifaschisten kündigen Aktionen an

Die Gruppe charterte am 7. Juli ein 40 Meter langes Schiff im ostafrikanischen Dschibuti. Danach steuerten sie die Hafenstadt Catania in Sizilien an, um von dort Richtung libysche Küste zu starten. In Catania hält sich auch Cattin auf, der inzwischen öffentlich als Sprecher der geplanten faschistischen Aktion auftritt und Interviews für die Medien gibt.

 

Gegen die faschistische Aktion gibt es international Proteste. Am Freitag, 21. Juli, appellierte der Bürgermeister von Catania an die italienischen Behörden, dem Schiff die Einfahrt in den Hafen der Stadt zu verwehren. Antifaschisten wollten das Schiff am Auslaufen in Richtung Libyen hindern.

Männer aus Sri Lanka als billige Arbeitskräfte an Bord

Nachdem es doch auslaufen konnte, wurde es zeitweise von den Behörden im Hafen von Famagusta im türkisch besetzten Teil Zyperns aufgehalten. Sie nahmen auch Besatzungsmitglieder kurzzeitig fest. Dabei stellte sich heraus, dass unter der Besatzung auch 20 Männer aus Sri Lanka waren.

 

Sie gaben an, dass sie in Dschibuti aufs Schiff gelangten und ihnen gegen Geld versprochen wurde, nach Italien gebracht zu werden. Als billige Arbeitskräfte sind den Rassisten Flüchtlinge offenbar durchaus willkommen.