Truckenthal

Camp-Helden - Wie Rebellen und Rotfüchse den Dauerregen bewältigen

In diesem Jahr erleben die Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Sommercamp des Jugendverbands REBELL und der Kinderorganisation ROTFÜCHSE hautnah, was es mit dem Übergang in eine globale Klimakatastrophe auf sich hat.

Von Jugendverband REBELL/ffz
Camp-Helden - Wie Rebellen und Rotfüchse den Dauerregen bewältigen
foto: Hans / Pixabay

In verschiedenen Regionen Deutschlands fiel in den letzten Tagen Starkregen. Im Landkreis Uelzen kam ein Mann ums Leben, im Landkreis Gifhorn starb eine Frau. In Hildesheim halten zwar die Dämme trotz steigender Rekord-Pegelstände bislang, aber die Situation in Bad Harzburg (Landkreis Goslar) hat sich in der Nacht verschlimmert.

 

Seit drei Tagen wird auch das Camp im Ferienpark Thüringer Wald in Truckenthal von Dauerregen heimgesucht. Von den Überschwemmungen, wie es sie in großen Teilen Deutschlands gibt, blieb das Sommercamp bisher verschont, dennoch regnet es seit über 50 Stunden – mit kleinen Pausen - ununterbrochen.

Vorbereitung für die antifaschistische Aktion in Themar am Wochenende im Trockenen (rf-foto)
Vorbereitung für die antifaschistische Aktion in Themar am Wochenende im Trockenen (rf-foto)

In Kürze

  • Auf dem Sommercamp regnete es seit über 50 Stunden fast ununterbrochen
  • Die Kinder wollen wissen, woher eigentlich der ganze Regen kommt
  • Diskussionen über Ursachen im Übergang zur globalen Klimakatastrophe lassen Umweltbewusstsein wachsen

Ein Teilnehmer berichtet: "Wir verbringen viel Zeit in Hütten und im Saal und die Nachtwanderung des Kindercamps musste leider abgesagt werden. Viele Abendveranstaltungen werden in das Gebäude verlegt. Die kleinen und großen Umweltkämpferinnen und -kämpfer lassen sich davon aber nicht unterkriegen. Im Gegenteil: Sie wollen wissen, woher eigentlich der ganze Regen kommt.

Das Wetter schweißt zusammen

Wir haben gemeinsam organisiert, dass - wenn Zelte absaufen - alle Leute auch Hüttenplätze bekommen. Alle Kinder und Jugendlichen sind mit Regenschirmen und Gummistiefeln versorgt. Krank ist bisher noch niemand geworden.

 

Die Sanitäter stellen Ingwer-Tee zur Verfügung und die drei Tage durchgehenden Regen tun der Stimmung nur wenig Abbruch. Die Campteilnehmerinnen und Campteilnehmer sind zwar etwas traurig darüber, dass sie nicht so viel draußen machen können, aber die Stimmung ist trotzdem fröhlich und vergnügt."

 

Das schlechte Wetter fördert auch die Solidarität, sich gegenseitig zu helfen. "Die Leute verbringen mehr Zeit gemeinsam - vor allem in den Hütte, aber auch im großen Saal. Auch bei uns von der Leitung - zum Beispiel beim Öffentlichkeitsteam - machen wir unsere Aufgaben bewusster zusammen", so ein Mitglied der Campleitung.

Umweltbewusstsein bei den Kindern

Anna Vöhringer von Jugendverband REBELL berichtet: "Wir machen den Kindern und Jugendlichen deutlich, dass wir beim Sommercamp keine Ausnahme darstellen. Dass es anderen Menschen zum Teil noch viel schlechter geht, tut den Kindern leid. Und so ist bei uns die Stimmung auch recht kämpferisch. Wir sind auf alles eingestellt.

 

Auf dem Kindercamp wurde die Frage der drohenden globalen Umweltkatastrophe angesprochen und es zeigte sich ein wachsendes Umweltbewusstsein bei den Kindern. Beim Jugendcamp haben wir in der Campleitung diskutiert und haben dann mit den Gruppenleitern gesprochen, dass diese Fragen beantwortet werden müssen. Das Wetter hier reiht sich ein in den beschleunigten Übergang in eine globale Klimakatastrophe.“

Kinder bekommen Antworten

Wenn die Kinder Fragen nach dem Regen stellen, bekommen sie überzeugende Antworten. Dazu das Campleitungs-Mitglied: "Wir diskutieren mit den Kindern und Jugendlichen, dass es die herrschenden internationalen Monopole sind, die mit ihrem CO2-Ausstoß das Klima anheizen. Sie zerstören bewusst die natürliche Umwelt und führen so solche Schlechtwetterlagen herbei. Das verstehen die Kinder auch."

 

So sagen zum Beispiel Markus aus Eisenach, Julia aus Dortmund und Emina aus Hannover: "Der Regen ist schlimm, besonders, dass der Regen sauer ist und die Bäume davon kaputt gehen können. Außerdem schmelzen bei der Wärme ja auch die Polkappen ab. Die großen Konzerne verbrennen viel und deshalb wird es warm. Wenn die Polkappen schmelzen, habe ich Angst um die Eisbären."

Stefan Engel und Gabi Fechtner kommen

Zwei Highlights stehen in den nächsten Tagen noch an. Dazu schreibt das Camp: "Stefan Engel kommt uns auf dem Camp besuchen. Er ist Spitzenkandidat der Internationalistischen Liste/MLPD in Thüringen und Direktkandidat in Coburg. 37 Jahre lang war er Vorsitzender der MLPD. Er teilt seine langjährigen Erfahrungen mit uns und bildet uns für den Wahlkampf aus. Auch Gabi Fechtner, die seit April Vorsitzende der MLPD ist, wird zum Sommercamp kommen und eine Veranstaltung mit dem Titel 'Die Entwicklung neuimperialistischer Länder – Große Veränderungen und Chancen für die Revolutionäre' durchführen."

Wir vom Camp sind klar gegen Faschisten

Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Sommercamps

Außerdem wollen die Faschisten um Tommy Frenck am nächsten Wochenende im nahegelegenen Themar erneut ein Konzert veranstalten. Dazu sagen die Rebellen und Rotfüchse: "Wir vom Camp sind klar gegen Faschisten. Egal ob es regnet oder nicht. Wir fahren da hin und setzen in Themar mit den Menschen dort ein Zeichen dagegen." (siehe Bericht von gestern)

Kommt alle nach Themar!

Deshalb bittet das Öffentlichkeitsteam des Sommercamps: Alle, die am Samstag, 29. Juli, zum Sommercamp anreisen, sollen sich um 11 Uhr am Themarer Marktplatz einfinden. Um 12 Uhr beginnt das Stadtfest. Später wird eine Demo gegen die Faschisten stattfinden. Wenn es nicht möglich ist, um 11 Uhr zu kommen, bitte bis 13.30 Uhr in Themar anreisen.

 
Man darf gespannt sein, was die kleinen und großen Camp-Helden in den nächsten Tagen und Wochen auf diesem ungewöhnlichen Sommercamp noch alles erleben werden. Rote Fahne News wird weiter berichten.