Indien

Fünfter Jahrestag des Streiks bei Maruti-Suzuki

Am 18. Juli jährte sich zum fünften Mal der Beginn des Kampfs der Maruti-Suzuki Arbeiter in Manesar, Indien.

Von gp

Die Arbeiterinnen und Arbeiter haben 2012 einen der ersten und damit international höchst bedeutenden Streik einer "Stammbelegschaft" gegen die Entlassung von Leiharbeitern geführt. Dabei haben sie die kämpferische Gewerkschaft MSWU gegen alle Unterdrückung aufgebaut. Während des Streiks der Arbeiter brach am 18. Juli 2012 ein Feuer in der Fabrik aus, bei dem ein hochrangiger Manager zu Tode kam. Darauf wurden 147 Arbeiter einschließlich der Gewerkschaftsführer verhaftet, über 500 festangestellte Arbeiter und mehr als 2.000 Leiharbeiter entlassen.

Weltweite Solidaritätsbewegung

35 der verhafteten Arbeiter schmachten  immer noch Gefängnis. Am 18. März 2017 wurden 13 Arbeiter mit einer konstruierten Mordanklage zu lebenslanger Haft verurteilt, 18 zu langjährigen Haftstrafen. Schon wenige Stunden danach streikten 35.000 Arbeiter gegen dieses Skandalurteil. Seitdem entwickelt sich weltweit eine Solidaritätsbewegung zur Aufhebung des Urteils.

Versammlungen schon mit fünf Personen verboten

In Erwartung von Protestaktionen am Jahrestag hatte das Bezirksgericht von Gurgoan Versammlungen von fünf Personen und mehr in Manesar bis zum 19. Juli verboten. Deshalb fand am 18. Juli in Gurgaon eine Demonstration zum 5. Jahrestag des Streiks mit mehreren hundert Arbeiterinnen und Arbeitern statt. Daran beteiligt waren Vertreter aller Maruti-Suzuki-Werke in Indien sowie der Honda-Werke und weiterer Belegschaften der Automobilregion Gurgaon-Manesar-Bawal. Unterstützt wurde die Demonstration von verschiedenen lokalen Vertretern nationaler Gewerkschaften (NTUI, AITUC, CITU und HMS).

Arbeiterinnen und Arbeiter ließen sich nicht einschüchtern

Zur Einschüchterung wurde die Demonstration von vielen  Polizeikräften flankiert. Doch die Arbeiterinnen und Arbeiter ließen sich nicht einschüchtern. Sie marschierten mit roten Fahnen und Transparenten mit ihren Forderungen. Sie riefen Parolen gegen den Staat und die Zentralregierung auch zur Unterstützung des Kampfes aller Arbeiter. Schließlich versammelten sie sich vor einer Regierungsbehörde, wo Gewerkschaftsführer und Vertreter verschiedener Fabriken in der Region über die Unterstützung und Intensivierung des Kampfes der Arbeiter des Maruti-Werkes von Manesar sprachen.

Forderungen aufgestellt

In einem Memorandum an den stellvertretenden Kommisar von Gurgaon hatten die Maruti-Suzuki Arbeiterinnen und Arbeiter ihre Forderungen zusammengefasst:

  • Freilassung aller inhaftierten Arbeiter!
  • Rücknahme der falschen Anklagen, die gegen sie erhoben wurden!
  • Wiedereinstellung der entlassenen Arbeiter
  • Einleitung einer unabhängigen gerichtlichen Untersuchung des unglücklichen Vorfalls vom 18. Juli 2012