Wolfsburg

VW-Arbeiter haben großes Interesse an neuer Broschüre

Das Internationalistische Bündnis, allen voran die Arbeiterplattform in diesem Bündnis, hat eine offensive Broschüre herausgegeben, die anhand des Autokartells das internationale Monopolkapital und seinen Staatsapparat frontal angreift:

Korrespondenz aus Braunschweig

„VW Krise - dem Übel an die Wurzel!“ ist der Titel diese Broschüre. Vor zwei Tagen wurden bei einem Einsatz an Toren von VW in Wolfsburg fast 3000 Stück davon verbreitet. VW reagiert mit massiven Einschüchterungsversuchen.

 

Immer weniger Kollegen und Kolleginnen dulden es, das sich diese Kriminellen hinter ihrem guten Namen und ihrer guten Arbeit verstecken!

Korrespondenten aus Braunschweig

Tags zuvor versuchte die VW-Spitze noch, von der eigenen Verantwortung abzulenken: es seien auch Schiffsmotoren oder die Energiekonzerne an der Umweltverschmutzung beteiligt. Fakt ist: VW ist nicht selten an solchen Produzenten direkt (siehe MAN) oder indirekt beteiligt.

 

„Wir haben gar keine Krise,“ erklärten manche Kolleginnen oder Kollegen und messen das an der gestiegenen Arbeitshetze und den um 90 Prozent gestiegenen Profiten der VW-Großaktionäre. Der Begriff „VW-Krise“ berührt aber nicht nur ökonomische Fragen. Es geht um die Unterordnung des Staates unter die Monopolinteressen, die Lebenslüge, dass der Umweltschutz in den Händen von Konzernen und Regierung gut aufgehoben wäre. Und, dass die Sicherung von Arbeitsplätzen vom Wohlergehen des Finanzkapitals abhinge.

Einsatz am Tag des "Diesel-Gipfels"

Auf dem am gleichen Tag stattfindenden „Diesel-Gipfel“ der Regierung wurde vor allem die Haftung für die VW-Großaktionäre abgewendet und die „Kumpanei“, sprich die Unterordnung der Bundes- und der Landesregierungen unter das „Kartell“, bekräftigt. Man will weitere „für Kunden kostenlose“ und unter 100 Euro teure Software-Updates durchführen. Aber eine Umrüstung auf wirksamere SCR-Kats - die 1.500 Euro kosten, wollen die verantwortlichen Politiker den Autokonzernen nicht „zumuten“. Konzerne bekommen sogar noch mehr Geld vom Staat - durch einen „Mobilitätsfond“, nachdem der Betrugs-Diesel-Motor EA189 bereits mit Milliarden von der EU gefördert wurde.

VW hat Angst vor den Auswirkungen der Broschüre

Richtig erkennt VW die Gefahr, die von dieser Broschüre ausgeht. „Sie verteilen hier eine „Hetzschrift gegen VW“, meinem Arbeitgeber, und schaden ihm damit und so den Arbeitsplätzen. Das will ich nicht dulden!“ so ein leitender Werkschützer am Tor Ost in Wolfsburg!

 

„Erstens brauche ich VW nicht schaden, weil das die Verantwortlichen bereits in ausufernder Weise tun. Sie vergiften in verbrecherischer Weise die Umwelt und bauen Arbeitsplätze ab!  Zweitens interessiert es mich in keiner Weise ob das hier VW-Gelände ist, solange es öffentlich zugänglich ist. Es ist mein demokratisches Recht und meine Pflicht, Schaden von den Kolleginnen und Kollegen, sowie der Bevölkerung abzuwenden. Deshalb wird hier verteilt und die Wahrheit gesagt“, so unsere Antwort. Fast 3000 Beschäftigte holten sich die Broschüre trotz dieses Einschüchterungsversuch.

Fachabteilungsleiter drohen mit Repressalien

Das VW-Komitee Braunschweig-Wolfsburg lud gleichzeitig alle Kollegen zu einer Veranstaltung ein: „Autokartell unterdrückt Kritiker“. Am gestrigen 3. August erreichte uns dazu die bestätigende Info, dass Fachabteilungsleiter im Werk Wolfsburg über die Meister die Belegschaft informieren: „Gehen sie nicht zu dieser Veranstaltung!“ Sie drohten sogar mit Repressalien. Viele Kollegen waren empört über diese Bevormundung!