USA

Trumps "Jobwunder" zerplatzt

In Nordamerika und Asien will Ford 10 Prozent der Stammarbeitsplätze vernichten – das sind 10.000 allein in den USA.

Von gp

"Wir bringen die Industrie wieder in großem Stil zurück in die Vereinigten Staaten". Dies hatte US-Präsident Donald Trump den Arbeitern im "Rostgürtel" - der Industrieregion im Nordosten der USA - versprochen. Jetzt kommt Trump, der sich großmäulig als "größter Job-Beschaffer, den Gott je geschaffen hat" bezeichnet, unter Druck.

Autokonzerne wälzen Absatzprobleme auf Belegschaften ab

Die US-Autoindustrie hatte nur mit staatlichen Geldern die Weltwirtschaftskrise von 2008  überstanden. Staatliche Gelder in Milliardenhöhe, billiger Sprit und günstige Finanzierungszinsen haben den US-amerikanischen Autokonzernen Verkaufsrekorde und dicke Gewinne verschafft.

 

Inzwischen sinken die Verkäufe, obwohl die Hersteller mit üppigen Rabatten locken. Ford und GM stehen an der Börse unter Druck, Aktionäre werden ungeduldig. Mittlerweile hat sogar der Elektroautobauer Tesla einen höheren Börsenwert erreicht.

Entlassungen statt Einstellungsoffensive

Statt einer Einstellungsoffensive kündigt Ford Entlassungen an. Insgesamt will der Konzern seinen Profit damit um 3 Milliarden Dollar steigern. Der Finanzchef von GM, Chuck Stevens, sprach bereits im April von einem "Abschwung".

 

Im Werk Lansing (Michigan) will GM weitere 1.100 Arbeitsplätze vernichten – damit summiert sich die Arbeitsplatzvernichtung von GM innerhalb von sechs Monaten auf 4.400. Stevens kündigte an, dass GM inzwischen sehr flexibel sei und theoretisch etwa 30 Prozent seiner Beschäftigten kurzfristig kündigen könnte.

 

Während Donald Trump mit seinen großspurigen Versprechungen die Arbeiter nationalistisch verhetzen und spalten wollte, setzt die aktuelle Entwicklung auf die Tagesordnung, diese Spaltung zu überwinden und sich international gegen die Konzernpläne zusammenzuschließen.