Truckenthal / Thüringen

Tolles Waldfest – Lokomotive (293) für die Zukunft

Rund 800 Besucher von Nah und Fern waren gestern zum 15. Großen Waldfest im Ferienpark "Thüringer Wald" nach Truckenthal bei Schalkau gekommen.

Von gos
Tolles Waldfest – Lokomotive (293) für die Zukunft
Die Geburtstagstorte für das 25-Jährige des Jugendverbands REBELL wird angeschnitten (rf-foto)

„Das ist die Lokomotive 293, mit der Lenin nach Russland gefahren ist, um die Revolution zu starten. Da oben hatte sich Lenin versteckt als Jalava, nein, als Heizer des Jalava – der war der Lokomotivführer!“ So klärte ein Mitglied der Kinderorganisation ROTFÜCHSE stolz die etwa 800 Besucher des Waldfestes bei der Begrüßung auf.

Podiumsdiskussion zur
Podiumsdiskussion zur "Zukuft des antifaschistischen Kampfs" (rf-foto)

In Kürze:

  • Rund 800 Besucher nahmen am Waldfest 2017 teil
  • Ein Höhepunkt war die Podiumsdiskussion „Zukunft des antifaschistischen Widerstands“
  • Der Jugendverband REBELL feierte seinen 25. Geburtstag

Dabei stand der Rotfuchs auf einem (fast naturgetreuen) Nachbau dieser historischen Lokomotive aus Holz, den Kinder und Jugendliche in der letzten Woche auf dem Sommercamp des REBELL in der Ferienanlage errichtet hatten. Viele Besucher bestaunten nicht nur dieses Projekt – sondern auch das „Haus der Solidarität“. In der jetzt komplett fertig eingerichteten Etage dieser Flüchtlingsunterkunft neuer Art wohnen erste Flüchtlinge, weitere werden folgen.

Flüchtlinge zeigten mitreißendes Theaterstück

Etliche Flüchtlinge nahmen auch am Sommercamp teil, weitere kamen zum Waldfest, nachdem sie von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Aufbaueinsätze im größeren Umkreis des Sommercamps eingeladen worden waren. Eine große Gruppe von ihnen aus Sonneberg führte abends kurzentschlossen ein mitreißendes pantomimisches Theaterstück auf. Hier stellten sie ihre Flucht vor, ihre Auseinandersetzungen mit Schleppern, Polizei usw. – bis hin zum Kampf im und mit dem REBELL gegen Abschiebungen.

 

Für die Kinder führte Rosita eine Puppenbühne mit Friedenstheater vor, und plötzlich tauchte ein Kapitän in echter Uniform (alias Klaus Dimler von Lagerarbeitsgemeinschaft Buchenwald-Dora) auf und lud die Kinder zum „Neptunfest“ am Löschteich ein. Dort angekommen – oh Schreck – bewegte sich etwas wild unter der Wasseroberfläche. Es war - Neptun im Taucheranzug (wieder alias Klaus Dimler), der die Rotfüchse zur Rettung der Meere mobilisierte.

Engagierte Podiumsdiskussion

Ein Höhepunkt war die Podiumsdiskussion „Zukunft des antifaschistischen Widerstands“. Elke Podzuhn, Vorsitzende der VVN-BDA Thüringen, forderte den gemeinsamen antifaschistischen Kampf über Parteigrenzen hinweg ein. Klaus Dimler hob den großen Erfolg der Verbrüderung mit den Bürgern von Themar im Kampf gegen dortige Nazikonzerte hervor, wofür sich ein Jugendlicher aus Themar auch noch einmal nachdrücklich beim Camp bedankte.

 

Stefan Engel, Spitzenkandidat der Internationalistischen Liste/MLPD für Thüringen und Direktkandidat in Coburg, brachte es auf den Punkt: „Der Kampf gegen den Faschismus gehört zusammen mit dem Kampf gegen den Kapitalismus, weil dieser dessen eigentliche Wurzel ist.“

 

Er leitete daraus ab, warum es so wichtig ist, sich mit der gesamten Entwicklung des imperialistischen Weltsystems zu befassen, insbesondere der Herausbildung neuimperialistischer Länder. Stefan Engel stellte die neue Broschüre zu diesem Thema vor, deren erste Exemplare in wenigen Minuten vergriffen waren.

 

Tassilo Timm vom Jugendverband REBELL formulierte das so: „Wenn ich die Frösche umbringen will, muss ich ihren Sumpf trocken legen!“  Marco Hoffmann von der Linkspartei aus dem benachbarten Eisfeld unterstützte das und forderte ein konsequentes antifaschistisches Vorgehen und die Zusammenarbeit über Parteigrenzen hinweg. Er fragte, warum Nazi-Konzerte überhaupt erlaubt sind, wenn sie doch nicht einmal mit dem Grundgesetz vereinbar sind.

 

In der Diskussion folgten viele Berichte, die zeigten, dass es nicht ausreicht, zum Beispiel Veranstaltungen der braunen Brutstätte AfD zu verhindern. Notwendig ist vor allem eine umfassende massenhafte Aufklärung über die AfD, verbunden mit der Aufforderung, selber aktiv zu werden.

Der Kampf gegen den Faschismus gehört mit dem Kampf gegen den Kapitalismus zusammen

Stefan Engel

Zahlreiche Aufbaueinsätze in der Umgebung

100 Rebellen und Rotfüchse stellten auf der Abendveranstaltung ihre vielseitigen Aktivitäten vor. Dazu gehörten seit Beginn des Sommercamps mehrere Aufbaueinsätze im Rahmen des Wahlkampfs der Internationalistischen Liste/MLPD. Stefan Engel hatte die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Sommercamps dazu intensiv gecoacht - unter anderem mit einem spannenden Workshop und natürlich bei der Umsetzung des Gelernten in der gemeinsamen Praxis. Weitere zehn Aufbaueinsätze hatten am Samstag Vormittag stattgefunden.

 

Der REBELL feierte an diesem Abend auch seinen 25. Geburtstag - natürlich mit einer Schokoladentorte! An zahlreichen bunten Ständen wurde lange, lange geplaudert, gegessen, getrunken und gefeiert.

Tanz bis in den frühen Morgen

Nach einer mitreißenden Revue der ROTFÜCHSE zum Jalava-Lied, einem Auftritt der Band „Gehörwäsche“, der Ehrung von ehrenamtlichen Helfern für die Mitarbeit beim Aufbau des „Haus der Solidarität“, heizten zwei Bands aus der Nachbarschaft auf der Waldbühne ein. Unterm Sternenhimmel wurde abgetanzt, und erst am frühen Morgen trauten sich Füchse und Rehe wieder in die Nähe des Camps zu kommen.