Indien

Revolutionäre aus dem Gefängnis entlassen

Die Umwelt- und Volksbewegung von Banghor im indischen Westbengalen hat einen Erfolg erkämpft. Zwei führende Aktivisten der Bewegung mussten gegen Kaution aus dem Gefängnis entlassen werden.

Von Jörg Weidemann

Nicht nur Sharmista Choudhury, Aktivistin der Weltfrauenbewegung, ist frei (siehe Bericht), sondern auch ihr Genosse Pradip Singh Thakur. Ein Sprecher der indischen ICOR-Partei CPI/ML Red Star bestätigte gegenüber Rote Fahne News die Freilassung der beiden Mitglieder ihres Zentralkomitees vor rund zehn Tagen.

 

Die Umwelt- und Volksbewegung Für Land, Lebensgrundlagen, Ökologie und Umweltschutz kämpft gegen die Zerstörung der Umwelt- und Lebensgrundlagen hunderter Dörfer in Banghor durch ein 400-Kilovolt-Umspannwerk und eine 953 Kilometer lange Starkstromleitung. Zuletzt gab es einen 49-Stunden-Hungerstreik vom 30. Juni bis 2. Juli mit breiter Beteiligung aus den Dörfern sowie einen riesigen Sternmarsch am 30. Juli. Im Januar waren zwei widerständische Dorfbewohner von Unbekannten erschossen worden. 12 Dörfer haben der Polizei und den Bautrupps jeden Zugang verweigert.

 

Die bürgerliche Hindustantimes berichtet, dass die Bewegung ursprünglich von der CPI/ML Red Star inititiert wurde. Inzwischen erfährt sie aber breite Unterstützung auch von anderen politischen Kräften.

 

Die Bewegung in Banghor ist Teil des indienweiten Widerstands gegen die hindu-faschistoide Regierung von Narendra Modi. Für den 9. bis 11. November rufen zahlreiche Gewerkschaften erneut zum Generalstreik. Für den 10. November wird eine Massendemonstration in Dehli, der Haupstadt-Region Indiens, vorbereitet. Zu dieser Demonstration ruft auch die CPI/ML Red Star auf.