Şengal

Demokratische Autonomie deklariert

In Şengal errichtete die Gemeinschaft der Êziden auf der Basis der Selbstverteidigung demokratische Selbstverwaltungsstrukturen.

Von gis

Auf einer Pressekonferenz erklärte die Demokratische Autonome Versammlung Şengal die Einführung der demokratischen Selbstverwaltung der Êziden. Die Co-Vorsitzenden Hisên Hecî Nefso und Rîham Hiço leiteten die Pressekonferenz. Teilnehmer waren u.a. auch der stellvertretende Co-Vorsitzende der YBS (der Verteidigungseinheiten Şengal) sowie ein Sprecher der Jugendversammlung von Şengal.

 

Das barbarische Massaker der faschistischen IS-Banden am 3. August 2014, dem vor allem Frauen und Kinder zum Opfer fielen, war der traurige Höhepunkt einer langen Geschichte des Völkermords an den Êziden.

YPG- und YPJ Einheiten retteten sie

Die kurdischen Volks- und Frauenverteidigungseinheiten YPG und YPJ verhinderten noch Schlimmeres, indem sie einen humanitären Korridor erkämpften und schützten, durch den viele Êziden fliehen konnten. Die meisten Überlebenden ließen sich in Rojava nieder; 15.000 bis 20.000 Menschen blieben in Şengal und führten einen harten und entschlossenen Kampf um ihre Existenz. HPG-Guerillas und YBS-Kämpfer, die sich als Selbstverteidigungskräfte von Şengal organisierten, spielten eine führende Rolle bei der Befreiung der Stadt von den IS-Terrorbanden.

Autonomie auf der Basis der Selbstverteidigung

"Nach der Befreiung", so die Presseerklärung, "haben wir das Bewusstsein gewonnen, dass die Autonomie auf der Grundlage der Selbstverteidigung und die Entwicklung eines freien und demokratischen Lebens eine Garantie dafür war, dass wir uns befreien konnten. Auf dieser Basis haben wir unsere Selbstorganisation vorangetrieben, die ein Grundprinzip von uns war." Dieses Grundrecht verteidigen die Menschen in Şengal mit aller Kraft. Ohne Unterstützung staatlicher Stellen haben sie ein Selbstverwaltungssystem errichtet und tausende Familien konnten zurückkehren. Es gibt Schulen, Gesundheitszentren, demokratische Versammlungen. Menschen verschiedener Glaubensrichtungen leben friedlich zusammen und respektieren sich gegenseitig.

 

Die Autonomiekommission der Êziden fordert unter anderem völkerrechtliche Anerkennung und die Bestrafung der Kräfte, die das IS-Massaker 2014 nicht verhinderten bzw. ihm sogar den Weg bereiteten.