Tunesien

Ein großer Erfolg der selbstbewussten kämpferischen Frauenbewegung

Ende Juli wurde in Tunesien ein Gesetz verabschiedet, das Gewalt gegen Frauen unter Strafe stellt.

Von nek

Es erfasst auch Gewalt und Vergewaltigung in der Familie, was bisher als Privatangelegenheit galt. Auch Mädchen werden nun erst ab 16 Jahren für sexuell mündig erklärt und nicht mehr, wie bisher ab 13 Jahren. Der Paragraph 227 der Strafgesetzbuches wurde aufgehoben. Nach diesem ging ein erwachsener Mann bisher straffrei aus, wenn er das Kind, das er zuvor sexuell missbrauchte, heiratet.

Heftige Auseinandersetzungen

Ob Frauen das Recht auf Gleichberechtigung haben, ist in Tunesien einer heftigen Auseinandersetzung ausgesetzt. So vertreten reaktionäre islamische Politiker, Kinder ab 13 Jahren seien sexuell volljährig. Das wirft ein grelles Licht darauf, was sie unter „Schutz der Frau“ verstehen. Andere befürchten, wenn man Frauen nicht mehr schlagen und unterdrücken darf, könne das zu einem „radikalen Feminismus“ führen, der die „Familienfundamente“ zerstöre.

Ergebnis anhaltender Proteste

Das Gesetz ist ein großer Erfolg der selbstbewussten kämpferischen Frauenbewegung in Tunesien. Seine Verabschiedung ist Ergebnis anhaltender Proteste um Gleichberechtigung und gegen patriarchale Familienstrukturen, die im arabischen Frühling ihren Ausgangspunkt genommen haben.