Umwelt

Hurrikan „Harvey“ – und seine Konsequenzen

Aktuell wurde der Hurrikan Harvey zu einem einfachen „Tropensturm“ herabgestuft. Aber Experten warnen vor einer Entwarnung.

Von em
Hurrikan „Harvey“ – und seine Konsequenzen
Rettungsarbeiten in Texas nach dem Sturm (Foto: sgt. steve johnson)

Der stärkste Sturm in Texas seit 50 Jahren - Windgeschwindigkeiten von mehr als 200 Stundenkilometern, sintflutartige Regenfälle, mindestens zwei Tote, verheerende Verwüstungen, Hunderttausende ohne Strom – das ist die erste Bilanz von Hurrikan „Harvey“ an der Küste von Texas. Das Band der Zerstörung reicht über eine Breite von 350 - 400 km entlang der Küste. Ein Gebiet mit 16 Millionen Einwohnern. Der Sturm traf die Menschen weitgehend unvorbereitet. Innerhalb von 48 Stunden hatte er sich vor der Küste Texas aufgebaut.

Keine Entwarnung

Und - es ist nicht vorbei, auch wenn der Sturm inzwischen auf einen „einfachen“ Tropensturm herabgestuft wurde. Es besteht die Gefahr von Sturmfluten; Meteorologen erwarten, dass in der Region mehr Regen fällt als sonst in einem Jahr; nach einer langen Trockenperiode kann das Wasser nicht so schnell versickern und es drohen riesige Überschwemmungen.

Hurricane Harvey (Foto: earth observatory)
Hurricane Harvey (Foto: earth observatory)

Von einem Hurrikan Stufe 4 spricht man bei Wind-Geschwindigkeiten von 210 bis 251 Kilometer pro Stunde. Sie bewegen sich oft nur langsam vorwärts - verheerend, weil Niederschläge stunden- oder tagelang auf dasselbe Gebiet niedergehen.

Experten gehen außerdem davon aus, dass der Sturm wieder in Richtung Küste dreht, sich über dem Meer neu aufbaut und die Situation bis mindestens Mitte der Woche anhält. Verschiedene Meteorlogen rechnen damit, dass einige Gebiete „für Wochen oder Monate“ unbewohnbar“ sein könnten.

 

Viele bürgerliche Medien behandeln solche Katastrophen noch als Einzelerscheinungen, als „Naturkatastrophen“, auf die kein Einfluss genommen werden kann. Für das einzelne Ereignis mag das stimmen. Aber es erklärt nicht, die dramatische Zunahme solcher Extremereignis in den letzten Jahren. Allein in den letzten Wochen verging kaum ein Tag ohne neue Horrormeldungen: Überschwemmungen, Erdrutsche, Waldbrände in Folge der Trockenheit usw.

Ursachen, Wechselwirkungen und Zusammenhänge

Stefan Engel legt in seinem Umweltbuch „Katastrophenalarm!“ großes Gewicht darauf, die Ursachen, Zusammenhänge und Wechselwirkungen aufzudecken, die die Menschheit beschleunigt in Richtung einer durch die Profitwirtschaft heraufbeschworenen Umweltkatastrophe treiben - die die Existenz der Menschheit gefährden. Er beschreibt das Phänomen deutlich gestiegener klimabedingter regionaler Umweltkatastrophen: „Diese sind zwar regional begrenzt, wirken sich aber auf die globale Umweltkrise aus. Jeder regionale Umweltkatastrophe erinnert von Neuem daran, wie dringlich der weltweite aktive Widerstand gegen die globale Umweltkatastrophe ist.“ 1

 

Die Bevölkerung in Texas, die jetzt unter den Folgen von Harvey leidet, leidet auch unter der Präsidentschaft Donald Trumps. Er hat jetzt den Katastrophenalarm ausgelöst, ist aber selbst eine umweltpolitische Katastrophe. Der US-Präsident steht für ein rigoroses Roll-Back noch der kleinsten Umweltmaßnahmen. Landesregierungen wie die in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern, an denen auch Grüne und Linkspartei beteiligt sind, nehmen ihn sich schon als Vorbild. Sie fordern die EU auf, die CO2-Grenzwerte noch weiter zu aufzuweichen.

Hilflos und ohnmächtig?

Gestern, bei der Wahlkampfauftaktveranstaltung der Internationalistischen Liste/MLPD war die Umweltfrage ein zentrales Thema. Spitzenkandidatin Gabi Fechtner betonte, dass das Internationalistische Bündnis in seine Alleinstellungsmerkmale bewusst „konsequent ökologisch“ aufgenommen hat.

Wir wollen und werden uns nicht dem Paradigma des Maximalprofits unterordnen!

Sprecher der Umweltplattform des Internationalistischen Bündnis am 26. August in Dortmund

Aktivisten des Internationalistischen Bündnisses beteiligen sich aktiv an Widerstandsaktionen gegen die weitere Zerstörung unserer natürlichen Lebensgrundlagen wie den Protesten gegen den Braunkohletagebau. Die kriminellen Machenschaften des deutschen Autokartells sind „Wahlkampfthema Nummer 1“ - dabei werden die kapitalistische Profitwirtschaft und das internationale Finanzkapital als Hauptverursacher ins Zentrum gerückt. Niemand muss hilflos oder ohnmächtig den Übergang in die globale Umweltkatastrophe hinnehmen.