Afghanistan

US-Präsident verschärft Militärstrategie

Immerhin mehr als 800 Milliarden US-Dollar und mindestens 2.300 amerikanische Soldaten soll der Einsatz der USA das Leben gekostet haben, dazu Soldaten anderer Nationen und über 11.000 Zivilisten.

Von Conrad von Pentz
US-Präsident verschärft Militärstrategie
US-Soldaten bei einem Feuergefecht mit Taliban in Afghanistan (foto: gemeinfrei)

"Wir bauen keine Nation mehr auf – wir töten Terroristen!" In einer Fernsehrede vor US-Soldaten in der Nacht von Montag auf Dienstag verkündete der US-Präsident Donald Trump die weitere Stationierung von amerikanischen Truppen in Afghanistan mit deutlich aggressiverem Auftrag. Nach der unverhohlenen Drohung mit der Auslöschung des nordkoreanischen Volkes ist dies ein weiterer Ausdruck einer neuen Qualität der aggressiven US-Außenpolitik. Das zeigt die waren Ziele der US-Regierung. Um Wahlkampfstimmen zu fangen, hatte Trump zum Abzug aus Afghanistan aufgerufen.  "Verschwendetes Leben und Geld."

Donald Trump (foto: gemeinfrei)
Donald Trump (foto: gemeinfrei)

In Kürze

  • Trump will weitere Truppen in Afghanistan - mit deutlich aggressiverem Auftrag
  • Offenbarungseid des Desasters der bisherigen imperialistischen Afghanistan-Politik der USA
  • Aufstockung um 3.900 GIs

Wir bauen keine Nation mehr auf – wir töten Terroristen!

Donald Trump

Trump rechtfertigt die Verschärfung des Krieges damit, die USA dürfe durch ihren Truppenabzug kein Vakuum hinterlassen, sondern müsse den Kampf gegen den sogenannten „Terrorismus“ bis zum Sieg führen. Dabei verabschiedete er sich von der angeblichen  „Nation building“-Strategie von Präsident Georg W. Bush und verkündet: "Wir bauen keine Nation mehr auf – wir töten Terroristen!" Ein Offenbarungseid der bisherigen US-Afghanistan Politik! Und zugleich ein offener Auftrag an die US-Armee, gegen jede fortschrittliche Bewegung in Afghanistan ebenso brutal und rücksichtslos vorzugehen, wie gegen alles, was sonst noch die imperialistischen Machtinteressen der USA einschränken könnte. Dafür sollen die US-Truppen in Afghanistan künftig größere Freiheiten erhalten.

 

Kriege würden nicht durch "Mikromanagement in Washington" gewonnen, sondern auf dem Schlachtfeld. Bereits im Juni hatte Verteidigungsminister James Mattis die Genehmigung erhalten, die 8.400 US-Soldaten in Afghanistan um 3.900 aufzustocken.

Rede auf einem der größten Soldatenfriedhöfe Amerikas

Im Namen des "Kampfes gegen den Terrorismus" wird der Einsatz in Afghanistan durch Trumps Rede deutlich aggressiver ausgerichtet. Nicht zufällig war der Ort, den er für seine Rede gewählt hatte. Trump sprach in Fort Myer direkt neben Hunderten weißer Grabsteine von gefallenen Soldaten, einem Stützpunkt der amerikanischen Streitkräfte mit einem der größten Soldatenfriedhöfe Amerikas.

Machtinteressen der Supermacht verwirklichen

Nun als Präsident der USA könne er nicht mehr seinem "Instinkt" folgen, wie er betonte. Jetzt verwirklicht er die Machtinteressen der imperialistischen Supermacht USA. Und diese geraten zunehmend in Widerspruch zum neuimperialistischen China. An dessen Westflanke befindet sich Afghanistan. Die Trump-Regierung sieht in China heute ihren Hauptrivalen im Kampf um die Weltherrschaft. Denn mit seinem Programm "Made in China 2025" leitete China eine veränderte Wirtschaftspolitik ein, um die uneingeschränkt führende Weltwirtschaftsmacht zu werden und die USA zu überholen. Als Weltmarktführer in der Mineralölindustrie, in der Bauindustrie oder bei den Banken hat China bereits die USA verdrängt.

600.000 Mann mehr unter Waffen als die US-Armee

Auch was die Anzahl der Soldaten betrifft, ist das schon gelungen: mit 2,3 Millionen stehen 600.000 Mann mehr unter Waffen als bei der US-Armee. Der nun in längeren Auseinandersetzungen in der US-Administration durchgesetzte aggressive Kurs – der faschistische Berater Stephen Bannon verlor darüber seinen Posten – erhöht die Gefahr einer kriegerischen Auseinandersetzung mit China. Er beschwört die Gefahr eines Dritten Weltkriegs.
Angesichts dieser Entwicklung ist es geboten, am 1. September, dem Antikriegstag, gegen jede imperialistische Aggression und deren Vorbereitung auf die Straße zu gehen und insbesondere den Abzug aller ausländischen Truppen aus Afghanistan fordern!