Hagen

Erfolgreiche Solidarität mit Thilo Krüger

Nach zehn Jahren Kampf um den Arbeitsplatz von Thilo Krüger ging am 19. Juli 2017 die juristische Auseinandersetzung vor dem Landesarbeitsgericht zu Ende.

Mitteilung des Solidaritätskreises Thilo Krüger

Die jahrelange Solidarität mit Thilo Krüger ist ein großer Erfolg. Die Gesetzeslage ist allerdings auf der Seite der Unternehmer.

Weiterbeschäftigung erstritten

Dass so etwas möglich ist, ist kaum zu glauben. Der ehemalige Betriebsrat und IG-Metall-Vertrauenskörperleiter bekam Recht, seine Kündigung war unrechtmäßig und er war offiziell weiter beschäftigt bei der Firma Risse+Wilke – ein wichtiger Erfolg der Solidarität.

Krankheitsbedingte Gründe vorgeschoben

Die krankheitsbedingten Gründe waren offensichtlich vorgeschoben. Die Firma setzt sich aber dreist über das Urteil hinweg und „findet“ in dem Betrieb  mit etwa 350 Arbeitern und Angestellten angeblich keinen Arbeitsplatz für ihn. Das wird gedeckt durch die herrschenden Gesetze und herrschende Rechtsprechung. Die Folge: Thilo Krüger wurde „ausgesteuert“ und lebt inzwischen von Hartz IV.

Kündigungsschutz für Schwerbehinderte wird zur Farce

In einem zweiten Prozess, der am nächsten Tag angesetzt war, forderte Thilo Krüger einen Arbeitsplatz und Schadensersatz wegen jahrelangem Mobbing. Hier hätte er dann sogar nachweisen müssen, welcher Arbeitsplatz frei ist. Das war ihm laut Gericht nicht möglich. Die Firma kann das einfach  bestreiten.  Risse+Wilke setzt darauf, ihn so am langem Arm verhungern zu lassen. Die Firma ist fein raus und muss nicht mal etwas bezahlen. 

 

Es ist ein Hammer, dass dies möglich ist und ein Betrieb seine Machtposition so ausspielen kann. Damit wird der Kündigungsschutz für Schwerbehinderte zur Farce. Der eigentliche Grund für die Kündigung, die kämpferische und politische Gewerkschaftsarbeit von Thilo Krüger, sollte nicht diskutiert werden, was in den Prozessen aber erfolgreich durchbrochen wurde.

Der Kampf war seit zehn Jahren ein Politikum

Thilo Krüger entschied nach Beratung mit seinen Freundinnen und Freunden auf die Annahme einer hohen Abfindung. Der Kampf war seit zehn Jahren ein Politikum. Auch beim Prozess vor dem Landesarbeitsgericht in Hamm unterstützten Mitglieder des Solidaritätskreises um Thilo Krüger seinen Kampf gegen die jahrelange Diskriminierung und das Mobbing gegen eine kämpferische Gewerkschaftsarbeit. Die Solidarität, die Spendensammlungen  sowie zahlreiche Diskussionen in den Stahl- und anderen Betrieben sowie in den Gewerkschaften in Hagen und im Märkischen Kreis haben Thilo Krüger den Rücken und gleichzeitig die kämpferische Richtung in den Gewerkschaften gestärkt.