Stuttgart

Kundgebungen mit unterschiedlichem Charakter

Deutlich mehr Menschen als im letzten Jahr nahmen an der traditionellen Antikriegstagsveranstaltung von DGB und VVN am Mahnmal gegen Faschismus und Krieg teil. Später änderte sich der Charakter.

Korrespondenz aus Stuttgart

Die Veranstaltung von DGB und VVN stand unter dem Motto: „Nie wieder Krieg. - Nie wieder Faschismus.“ Umrahmt wurde die DGB-Veranstaltung von pazifistischen Liedern wie „Sag mir wo die Blumen sind...“, aber auch von kämpferischen Transparenten wie „Kein Krieg von Stuttgart aus – US-Kommandozentralen AFRICOM und EUCOM schließen – keine Beteiligung an Auslandseinsätzen!“ oder „Gegen jede imperialistische Aggression“.

 

Nach der traditionellen Kranzniederlegung am Mahnmal änderte sich nicht nur der Charakter der Musik. Ein großer Teil der Anwesenden - weit über 200 Menschen – brachen auf zu einer von der Jugendplattform im Internationalistischen Bündnis/MLPD organisierten Demonstration zum Mailänder Platz mit dem Einkaufszentrum Milaneo. Daran beteiligten sich unter anderem Vertreter von REBELL und Rotfüchsen, der MLPD, YDG (Neue demokratische Jugend), ATIK (Migrantenorganisation aus der Türkei), SYD (Socialist youth movement), BIR-KAR, Zusammen-Kämpfen-Stuttgart, Rote Hilfe, Solid, Nav-Dem, Frauen aus der kurdischen Frauenbewegung, vom Kongress für eine demokratische Gesellschaft sowie Frauen vom Frauenverband Courage.

 

Monika Gärtner-Engel, Spitzenkandidatin der Internationalistischen Liste/MLPD in Baden-Württemberg, nutzte die Umbaupause für den Auftritt von Group Yorum zu einem kurzen Beitrag: Die Polizei habe behauptet, es seien verbotene Sätze gesagt worden. Sie könne kein kurdisch, aber sie sei dagegen, dass die kurdischen Kämpfer kriminalisiert werden. Es war wichtig, dass wir bei der DGB-Demo dabei waren, denn die Arbeiter sind eine wichtige Kraft im Kampf gegen den Krieg. Aber nicht einmal war dort das Wort Kapitalismus oder Imperialismus zu hören. Man muss jedoch die Wurzel der imperialistischen Kriege anprangern. Und es gibt einen Ausweg. Vor 100 Jahren war die Oktoberrevolution. Natürlich hat sich die Welt seither sehr verändert und kann man diese Revolution nicht einfach hierher übertragen. Aber man kann draus lernen, dass man den Krieg beenden, Arbeiter- und Frauenrechte durchsetzen kann.

 

Viele Passanten, vor allem junge, nahmen am Rand der Demo und bei der Kundgebung den Aufruf zum Antikriegstag und das Wahlprogramm der Internationalistischen Liste.