Portugal

Solidarität mit dem Streik bei VW

Bei einer geheimen Abstimmung gegen die geplante Einführung einer regelmäßigen Samstagsarbeit im VW-Werk in Palmela (Lissabon) haben 75 Prozent der Kollegen „Nein“ gesagt.

Internationale Automobilarbeiter-Koordination

Mit einem ersten Streiktag am 30. August 2017 wollen sie ihrer Forderung Nachdruck verleihen. Weitere Streiktage im September sind angesetzt, wenn VW von der geplanten Verschärfung der Ausbeutung der Belegschaft nicht abrückt.

Wochenendarbeit und Samstagsschichten abgelehnt

Angesichts des Abstimmungsergebnisses trat der Betriebsrat zurück, welcher in der Mehrheit der von VW erpresserisch diktierten Betriebsvereinbarung zugestimmt hatte. VW will mit dem vor kurzem vorgestellten „T-Roc“, dem neuen SUV von VW, in Portugal die Produktion verdoppeln und 1.500 neue Arbeitsplätze sind versprochen. Die Belegschaft lehnt aber entschieden ab, Wochenendarbeit mit drei Samstagsschichten zu fahren.

Erster Streik seit Gründung des Werks

Bei VW in Portugal funktionierte bisher weitgehend das praktizierte Co-Management. Seit der Gründung 1991 wäre es jetzt der erste Streik. Bei den Streikbewegungen in den vergangenen Jahren war die Belegschaft von VW Portugal aufgrund vergleichsweise hoher Löhne und Zuwendungen nicht beteiligt und gilt noch als unerfahren in Arbeiterkämpfen. Das wird sich jetzt offensichtlich ändern.

Solidarität der Internationalen Automobilarbeiterkoordination

Die Koordinierungsgruppe der Internationale Automobilarbeiterkoordination hat bereits am 14. August eine Solidaritätserklärung an die VW-Belegschaft in Portugal geschickt. Darin heißt es: „Wir unterstützen entschlossen eure Entscheidung, am 30.8. zu streiken und zu verhindern, dass das Unternehmen die Arbeitszeit erhöht. Wir von der Internationalen Automobilarbeiterkonferenz weisen die Maßnahmen des multinationalen Unternehmens zurück, das vorhat, die Ausbeutung aller Belegschaften des Konzerns zu erhöhen mit der Entschuldigung der Kosten, die ihr unverschämter Betrug der Abgasemissionen der Motoren verursacht habt.“ Den ganzen Text der Solidaritätserklärung gibt es auf www.iaar.de

Die Erklärung stellt weiter heraus: „Nur die Einheit und internationale Solidarität wird es schaffen, die Angriffe abzuwehren und voran zu schreiten in der Verbesserung der Arbeitsbedingungen derjenigen, die den Reichtum schaffen, den wenige unter sich aufteilen.“

  • Solidaritätserklärungen zum Streik bei VW in Portugal bitte schicken an: Confederação Geral dos Trabalhadores Portugueses (CGTP-IN) cgtp@cgtp.pt und usl@uniaolisboa-cgtp.pt
  • Kopien davon bitte auch an die Internationale Automobilarbeiter-Koordination: icog@iawc.info
  • Berichte über Solidaritätsaktionen in anderen Werken ebenfalls an die ICOG und an die Homepage der Internationalen Automobilarbeiter-Koordination info@iaar.de