Eisenach

Bewusstseinsbildung mit Stefan Engel am Antikriegstag

Am Antikriegstag hat das Auftreten des Thüringer Spitzenkandidaten Stefan Engel in Eisenach viel zur Bewusstseinsbildung beigetragen.

Korrespondenz aus Thüringen

Um 15 Uhr begann ein viel beachteter Aktionsstand am Markt, anschließend beteiligten sich die MLPD und die Wählerinitiative an der Kundgebung des DGB. Am Abend gab es eine Veranstaltung mit Stefan Engel zur Herausbildung neuimperialistischer Länder, die auf großes Interesse stieß.

Anziehungspunkt

Der Aktionsstand am Eingang zur Fußgängerzone war ein unübersehbarer und unüberhörbarer Anziehungspunkt, vor allem durch die Ansprachen von Stefan Engel, dem langjährigen Vorsitzenden der MLPD. Er sprach unter anderem zum Aufkommen neuimperialistischer Länder und der damit verbundenen Gefahr eines III. Weltkrieges. Er lud ein, auch an der anschließenden Kundgebung zum Antikriegstag teilzunehmen. Einladungen zur Veranstaltung am Abend wurden übergeben.

Lehren aus der Entartung des Sozialismus

Viele Passanten blieben stehen bei den Ausführungen über die Lehren aus der Entartung des Sozialismus in der DDR und Sowjetunion: Bei der MLPD engagiert sich niemand um persönlicher Vorteile willen. Die Denkweise der Funktionäre wird von den Mitgliedern kontrolliert und es gibt ein Parteimaximum, Stefan Engel selbst hat nie mehr als 1.100 Euro von der MLPD für den Lebensunterhalt bekommen. Das sind Maßnahmen gegen die Entstehung einer Bürokratie mit kleinbürgerlicher Denkweise wie in der DDR. Dagegen ist der Bundestag voll von Karrieristen. Siemens hat in allen Fraktionen Abgeordnete mit Beraterverträgen für die Interessen des Konzerns sitzen.

Kampf um jeden Arbeitsplatz thematisiert

Bei der Kundgebung sprach auch ein Vertrauensmann aus dem Opel-Werk, der die aktuellen Pläne des PSA-Konzerns enthüllte und dass der für Eisenach versprochene „Mokka“ auf der Plattform von General Motors nicht kommen wird. Damit steht der Kampf um jeden Arbeitsplatz im Werk und in der ganzen Region auf der Tagesordnung. Eine ganze Reihe Passanten trugen sich in die Listen ein für die Mitarbeit im Internationalistischen Bündnis und in der MLPD.

Stefan Engel bei Kundgebung des DGB

Die Kundgebung des DGB mit etwa 50 Teilnehmern wurde vom Kreisvorsitzenden Michael Lemm eröffnet. Danach sprachen eine Vertreterin des „Eisenacher Aufbruch“, Stefan Engel sowie der Direktkandidat der Internationalistischen Liste/MLPD, Fritz Hofmann.

 

Stefan Engel begründete aus der wachsenden Kriegsgefahr, dass eine neue internationale Friedensbewegung nötig ist, die sich konsequent gegen alle Imperialisten richtet. Auch wenn in der Ukraine die NATO und die EU aggressiv in die Einflusssphäre Russlands vorgedrungen sind, ist es keine Alternative, sich auf die Seite Putins und damit des russischen Imperialismus zu schlagen.

Veranstaltung zu neuimperialistischen Ländern

Zu der abendlichen Veranstaltung kamen 25 Teilnehmerinnen und Teilnehmer, darunter drei, die nachmittags bei den Kundgebungen eingeladen wurden. Stefan Engel belegte in seinem Vortrag umfassend die Entstehung von 14 neuimperialistischen Ländern. Aus eigener Anschauung schilderte er, wie in Indien auf der einen Seite gigantische Industriegebiete auf modernster technischer Grundlage entstanden sind, während sich in der nächsten Großstadt nachts Hunderttausende einen Platz zum Schlafen auf der Straße suchen müssen. Indien ist in der Lage, selbst Kapital in großem Umfang zu exportieren und beherrscht unter anderem die europäische Stahlproduktion.

Spannende Diskussion

In der Diskussion fragte ein Besucher, ob es heute kein Land als Gegenkraft gegen den Imperialismus mehr gibt. Stefan betonte zunächst, dass wir heute kein sozialistisches Land mehr haben und dass es auch aktuell keine akut revolutionäre Situation gibt. Er war aber optimistisch, dass der Imperialismus die Arbeiterklasse und die Massen auf der ganzen Welt gegen sich aufbringt und dass es gelingen wird, international eine überlegene Kraft gegen den Imperialismus aufzubauen.

 

Es ist dazu entscheidend, dass die revolutionären Parteien wie die MLPD gestärkt werden und dass wir uns selbst in die Lage versetzen, das nötige Bewusstsein zu bilden, gerade über die brennende Frage der neuimperialistischen Länder. Der Diskussionsbedarf war so groß, dass Stefan Engel die Empfehlung gab, solche oder ähnliche Veranstaltungen regelmäßig zu machen, um systematischer Bewusstsein zu bilden.