Iran

Reza Shahabi wieder inhaftiert

Reza Shahabi, Schatzmeister und Vorstandsmitglied des Syndikats der Busfahrer von Teheran und naher Umgebung (Vahed Syndicate), wurde am 8. August nach einem Beschluss der Staatsanwaltschaft in Rajai Shahr erneut inhaftiert. Dazu heißt es in einer Pressemitteilung der "Internationalen Allianz zur Unterstützung der ArbeiterInnen im Iran – Deutschland":

Pressemitteilung
Reza Shahabi wieder inhaftiert
Reza Shahabi ans Bett gefesselt - kurz vor seiner zeitweiligen Entlassung in ein ziviles Krankenhaus (www.industriall-union.org)

Reza Shahabi wurde einst von der 15. Kammer des sogenannten Revolutionsgerichts wegen seiner gewerkschaftlichen Aktivitäten zu sechs Jahren Haft und einer Geldstrafe von 7.500.000 Tuman verurteilt. Zusätzlich wurden diesem für weitere fünf Jahre nach Entlassung jegliche Gewerkschaftsaktivitäten verboten. Er büßte die meiste Zeit seiner Strafe ein und wurde in Folge der Haftbedingungen, die Folter einschloss, aus medizinischen Gründen vorläufig freigelassen. ...

Schikanen gehen weiter

Auch während seiner medizinischen Behandlung wurde er permanent von den Sicherheitsbehörden observiert, verfolgt und schikaniert. ... Am 8. August stellte sich Reza Shahabi der Gefängnisverwaltung von Rajai Shahr aufgrund des auf ihn ausgeübten Drucks, obwohl ein medizinisches Gutachten die Notwendigkeit der Fortsetzung des Resturlaubs für dessen Gesundheit feststellte. ...

 

Der Staatsanwalt teilte ihm mit, dass die fünf Monate des medizinischen Urlaubs als unentschuldigtes Fehlen gewertet worden war und die zusätzliche Haftstrafe von einem Jahr ihre Gültigkeit besäße. Folglich muss er noch 17 weitere Monate im Gefängnis verbringen und ist gezwungen, die verhängte Gelstrafe zu zahlen, da er sonst mit weiteren 355 Tagen Haft sanktioniert werden würde.

Internationale Solidarität

Reza Shahabi ist wegen seiner Tapferkeit und seines Widerstands im Gefängnis sowie seines unermüdliches Kampfes für die Rechte der Arbeiterklasse im Iran aber auch auf internationaler Ebene eine bekannte Größe in der Verteidigung von Arbeiterrechten. Unter den Arbeiter-Aktivisten des Landes ist er sehr beliebt und genießt eine besondere Sympathie und Anerkennung. ... Selbst die ILO verurteilte den Umgang des islamischen Regimes mit den Arbeitervertretern im Iran und forderte deren Freilassung. 

 

Wir, die internationale Allianz für die Verteidigung der Iranischen Arbeiter, haben versucht, in zahlreichen Aktionen und Erklärungen die Weltöffentlichkeit sowie Arbeiter- und Menschenrechtsorganisationen auf die Verhaftung von Reza Shahabi aufmerksam zu machen und kündigen hiermit weitere Protestaktionen und Kampagnen an.

Proteste werden nicht zum Stillstand kommen

Wir warnen die islamische Regierung erneut, dass die Inhaftierung der Arbeiteraktivisten und Lehrer und die Rachezüge des Regimes gegen den Widerstand der Werktätigen die Proteste nicht zum Stillstand bewegen werden. Die Repressalien werden nur das wahre, brutale und arbeiterfeindliche Gesicht der islamischen Regierung deutlicher zeigen.