tkSE

Pausenversammlung und Marsch zum Tor

Bei thyssenkrupp (tkSE) in Duisburg entwickelt sich der Klärungsprozess um die richtige Antwort auf den Fusionsbeschluss des Vorstandes und insbesondere seine Folgen für die Belegschaft.

Korrespondenz aus Duisburg
Pausenversammlung und Marsch zum Tor
Azubis von thyssenkrupp beim Aktionstag am 3. Mai in Duisburg (rf-foto)

Eine Delegation von ca. 15 bis 20 IG-Metall-Vertrauensleuten und Kollegen aus dem Kaltwalzwerk 1 stellte nach einer kurzen Beratung die Anlage ab und marschierte ans Tor 1.

Es muss sofort etwas gemacht werden

Kollegen vom Kaltwalzwerk 1

Dort berieten gerade die IG-Metall-Betriebsräte mit der Vertrauenskörperleitung und Mitgliedern der IG-Metall-Ortsverwaltung die neue Lage. Die Kollegen vom KW 1 forderten, es müsse sofort etwas gemacht werden. Es kann nicht bis zum 22. September gewartet werden. Es darf nicht nur um die Fusion gehen; es muss schon heute um die Arbeitsplätze gehen.

 

An allen Ecken und Kanten fehlten doch Kollegen. Die Azubis müssten sofort übernommen werden! Im Kaltwalzwerk 2 in Beeckerwerth brachten gut 30 Kollegen in einer verlängerten Pausenversammlung von zirka einer Stunde ihre Empörung über die Kaltschnäuzigkeit des Vorstandes zum Ausdruck.

Belegschaften von thyssenkrupp und Tata betroffen

In einer - teils auch erregten - Diskussion wurde auch die Frage aufgeworfen, dass es ja nicht nur um thyssenkrupp ginge, auch die Belegschaft von Tata sei doch ebenso betroffen. Die müssen am 22. September unbedingt auch zum Aktionstag nach Bochum eingeladen werden.

 

Der Kampf muss gemeinsam entfaltet werden. Auf der Beratung der Vertrauenskörperleitung und IG-Metall-Betriebsräte wurde aufgenommen, sofort etwas zu tun. Verschiedene Maßnahmen wie die Durchführung von Mahnwachen wurden dazu beschlossen.

 

Das muss vor allem zum Ziel haben, den Klärungsprozess in der Belegschaft weiter voranzutreiben und schrittweise die Aktionen zu steigern. Relativ weit verbreitet ist eine Skepsis, einen solchen Kampf erfolgreich führen zu können.

 

So werfen Kollegen berechtigt ein, die Fusion könnten die Belegschaften nicht verhindern, das würden die Vorstände beschließen - wenn es um die Rendite der Investoren und Aktionäre ginge, gäbe es keine Rücksicht auf die Belegschaften! Dem erwiderten andere, deswegen müsse es ja um den Erhalt der Arbeitsplätze und gegen die wachsende Arbeitshetze gehen.

Stahlkocher-Extraausgabe

Auch die Haltung "Endlich Klarheit" spielt in Verbindung mit der Hoffnung, dass es in Duisburg nicht so schlimm kommen werde, eine Rolle, wenn Kollegen sich noch zurückhalten. Vor der Frühschicht wurde an mehreren (Auto-)Toren eine Extra-Ausgabe der Kollegenzeitung Stahlkocher bei strömendem Regen und viel Wind verteilt.

 

Hier zeigte sich eine weitere Seite der Debatte in der Belegschaft, denn eine ganze Reihe insbesondere jüngerer türkischstämmiger Kollegen lehnten das Extra ab mit der Bemerkung "da arbeitet doch die MLPD dran mit". Hier wirkt deutlich die antikommunistische Einflussnahme der faschistischen Erdogan-Regierung.

 

Andere Kollegen begrüßten die Verteiler zum Beispiel mit "Auf unsere Zeitung ist eben Verlass - auch bei Wind und Wetter!" Zum geplanten Aktionstag in Bochum wurde bekannt, dass dort die Kundgebung am Rathausplatz geplant sei. Vorher geht eine Demonstration vom Schauspielhaus zum Rathausplatz. Für tkSE Duisburg sind 80 Busse geordert, die morgens um 7 Uhr abfahren. Genaueres muss noch abgeklärt werden.