Düsseldorf

Protest gegen neue Abschiebungen nach Afghanistan

Zirka 300 Afghanen, andere Flüchtlinge sowie Unterstützerinnen und Unterstützer protestierten am gestrigen 12. September über zwei Stunden lang am Düsseldorfer Flughafen gegen erneute Abschiebungen nach Afghanistan.

Korrespondenz aus Düsseldorf
Protest gegen neue Abschiebungen nach Afghanistan
Der unübersehbare Protest gegen die Abschiebung nach Afghanistan im Düsseldorfer Airport (foto: Afghanischer Aufschrei)

Dazu aufgerufen hatte der „Afghanische Aufschrei - Nedaje Afghan“, ein Bündnis verschiedener Initiativen und Organisationen. Die große Mehrheit waren jugendliche Teilnehmer. Es gab zahlreiche Redebeiträge während der Demonstration durch den Airport.

Keine Abschiebung nach Afghanistan ist legitim

Ahmad Rahimi vom „Afghanischen Aufschrei"

So erklärte Ahmad Rahimi vom „Afghanischen Aufschrei“: „Wir wollen verdeutlichen, dass keine Abschiebung nach Afghanistan legitim ist und immer den möglichen Tod der Menschen in Kauf nimmt, egal wie die Bundesregierung diese begründet! Der Straftäter- und Gefährderdiskurs soll die EU-weit beschlossenen Abschiebepläne in das Kriegsgebiet Schritt für Schritt legitimieren.“

 

Alle Redebeiträge beklagten oder prangerten die unmenschliche Flüchtlingspolitik der Bundesregierung an und viele brachten entschiedenen zum Ausdruck, nicht nachzulassen in ihrem Widerstand.

Solidarität auch mit anderen Flüchtlingen

Der „Afghanische Aufschrei“ solidarisiert sich ausdrücklich auch mit Flüchtlingen aus dem Kosovo, Mazedonien und anderen Ländern. Wir, von der Internationalistischen Liste/MLPD, von REBELL und ROTFÜCHSE haben uns auch beteiligt.

 

Wir gewannen am Flughafen „aus dem Stand“ Flüchtlinge aus Syrien, mit uns gemeinsam Schilder und Transparente zu tragen. Sie haben sich in die Bündnisliste eingetragen und wollen gemeinsam mit uns plakatieren! Wir verteilten Wahlprogramme und verkauften einige Broschüren zur „Herausbildung der neuimperialistischen Länder“.

Spontaner Applaus

Bei einer insgesamt solidarischen Stimmung sprachen uns aber auch einzelne deutsche Teilnehmer an, warum wir „die Sachen der Afghanen für unseren Wahlkampf ausnutzen“. Wir stellten klar: Wir nutzen niemanden aus! Im Gegenteil, wir nutzen unseren Wahlkampf und stellen ihn in den Dienst des Kampfs gegen Abschiebungen!

 

Zugleich greifen wir den Rechtsruck der Regierung insgesamt an und stellen Zusammenhänge her mit der zunehmenden Krisenhaftigkeit des Imperialismus. Für die Internationalistische Liste/MLPD sprach Kai Müller-Horn. Als er sich als Vertreter der MLPD und als „sozialistisch“ vorstellte, gab es spontanen Applaus der afghanischen Teilnehmer.