Bochum

"Die Kollegen machen sich sehr tiefgehende Gedanken"

Die Arbeiter wollen kämpfen – das ist die breite Mehrheitsmeinung.

Teilnehmer/-innen am Stahlaktionstag

"Es war sehr beeindruckend. 7000 Teilnehmer - weit mehr als erwartet. Die Kampfbereitschaft war groß und der Wille, gegen diese Angriffe anzugehen. Es wurde aber auch spürbar, dass das so noch nicht reicht. Die Frage steht im Raum, wie es jetzt weiter geht. V.a. wie es zu einem Streik kommt. Darüber gibt es noch eine Auseinandersetzung."

 

"Die Arbeiter wollen kämpfen – das ist die breite Mehrheitsmeinung. Es waren sehr viele Auszubildende da. Sie haben sich zum Teil richtig ein Herz gefasst, wenn sie am Mikrofon nach ihrer Meinung gefragt wurden. Die Frage war, wie kommt es jetzt eigentlich zum Kampf.  – wer organisiert das, wer geht voran? Ich habe einen einzigen Kollegen getroffen, der der Meinung war, Fusion ist richtig, weil sie unterm Strich mehr Arbeitsplätze sichert. Das war eine wirkliche Minderheitsmeinung. Die MLPD ist wirklich breit bekannt unter den Kollegen und auch verankert. Das offene Mikrofon wurde sehr geschätzt."

 

"Es waren eigentlich alle für Streik, das war schon eindrücklich. Die Hauptfrage ist, wer fängt an und wer führt ihn an. Das treibt die Leute schon sehr um. Interessant war die Aufgeschlossenheit der Azubis. Es waren viele aus dem ersten Lehrjahr da, die waren gerade mal drei Wochen im Betrieb. Aber dass man jetzt kämpfen muss, ist ziemlich klar. Für die war auch wichtig,  überhaupt mal mit so vielen Kollegen aus verschiedenen Belegschaften zusammen zu kommen. Die MLPD ist ziemlich bekannt. Die jahrzehntelange Arbeit hat eine Wirkung, aber auch der Wahlkampf und dass wir die geplante Stahlfusion von Anfang an auch als Thema aufgegriffen haben."

 

"Das war eine Sache, die in Deutschland nicht so oft vorkommt. Es war eine gute Arbeiteraktion, bei der man auch den Zusammenhalt der Arbeiter gemerkt hat. Die Kollegen machen sich sehr tiefgehende Gedanken. Sie haben sehr genau und aufmerksam den Reden zugehört - von Anfang bis zum Schluss. Und da waren auch sehr viele Fragen: Wie ist das mit den Chinesen und ihren Dumping-Preisen – oder mit den Verlusten, die Thyssen in Brasilien gemacht hat. Es ist eine Riesenpalette an Fragen, die zu klären sind."