Stuttgart

Insider: Daimler benutzt Abgas-Abschalteinrichtungen

Die Stuttgarter Zeitung vom 22. September lässt zwei Beschäftigte zu Wort kommen. Anonym, weil es inzwischen Richtlinien bei Daimler gibt, solche Dinge „absolut verschwiegen (zu) behandeln“.

Von wb
  • Verdacht 1: Daimler habe, „bis zum Bekanntwerden des VW-Abgasskandals zu kleine Tanks für das Mittel Adblue zur Neutralisierung des schädlichen Stickoxids eingebaut“. Um die Profite nicht zu schmälern und die Mercedes-Besitzer mit kürzeren Serviceintervallen von 6000 km nicht zu vergraulen, wurden im bekanntgewordenen Autokartell die zu kleinen Harnstoff-Tanks vereinbart.


  • Verdacht 2: In verschiedenen PKW-Modellen sind in „Abgasanlagen Klappen eingebaut, durch die mit Hilfe eines Steuergeräts Sauerstoff angesaugt werden kann“, was einer „Abschalteinrichtung“ gleichkommt.


  • Verdacht 3: In der nächsten S-Klasse soll ein System eingebaut werden, das angeblich von außen via Satellit den Zugriff auf die Motorsteuerung ermöglicht. "Dann könnte so in die Steuerung eingegriffen werden, dass ein Fahrzeug auf dem Prüfstand stets die gewünschten Emissionswerte zeigt".

 

Einzig wirksamer SCR-Kat unterdrückt

In der Ausgabe vom 2.9. hat die Zeitung bereits getitelt: „Bei Daimler geben die Hardliner den Ton an“. Dies wurde am Auftreten von Daimler-Chef Dieter Zetsche auf dem Dieselgipfel festgemacht, wo er mit VW-Chef Matthias Müller die kostenlose Nachrüstung mit dem einzig wirksamen SCR-Kat (Adblue) als zu teuer ablehnte und die wesentliche billigere Software-Up-Date-Lösung durchdrückte. Daimler hat inzwischen auch beim Amtsgericht  Widerspruch gegen die zwei Razzien im Mai eingelegt.

Neue Konkurrenz von Tesla und aus China

Dass der Daimler-Vorstand den „Hardliner“ in der VW- und Krise des kriminellen Autokartells macht, hat etwas mit der neuen Konkurrenz von Tesla und aus China zu tun. Diese wollen über die Elektromobilität an Daimler und den anderen Weltmarktführern vorbeifahren. Zetsche oder Müller wollen deshalb die Strafzahlungen, Diesel-Verkaufsrückgänge und Kosten für die E-Mobilität mit Arbeitsülatzvernichtung, Personalabbau, Steigerung der Ausbeutung und Steuerausfällen oder Subventionen abwälzen.

Internationalistische Liste/MLPD zeigt klare Kante

Es ist ein Verdienst der Internationalistischen Liste/MLPD im Wahlkampf, dass sie klare Kante gegen diese kriminelle und umweltzerstörende Machenschaften gezeigt hat. Sie hat damit insbesondere bei Automobilbeschäftigten bis hin zu Ingenieuren, einen „Bewusstseinswandel“ gefördert: sich gegen diese Politik zu positionieren und für Arbeitsplätze und Umweltschutz zu kämpfen!