Klartext

Jörg Weidemann

Jörg Weidemann spricht Klartext

Kniefällig werden die Stahl-Arbeitsplätze nicht zu retten sein

Dieter Lieske ist erster Bevollmächtigter der IG Metall in Duisburg und dort auch Stadtrat der SPD. Sein antikommunistischer Ruf und im Besonderen sein Hass gegen die MLPD sind über die Stadtgrenzen hinaus bekannt. Immerhin zeichnet er für den Polizeieinsatz gegen die Vorsitzende der MLPD, Gabi Fechtner, im Mai 2017 verantwortlich. Sie brachte den kämpfenden Stahlarbeitern engagiert und attraktiv ihre Solidarität – eine Selbstverständlichkeit. Für Lieske Grund, nach der Polizei zu rufen.

 

Wer in Duisburg in der IG Metall aktiv ist, weiß, dass Lieske dort nicht zu den Beliebtesten zählt. Schon sein Vorgänger Jürgen Dzudzek – von den Arbeitern Zecki genannt - war von seinem antikommunistischen Nachfolger wenig angetan.

 

Auch die ehemaligen Kolleginnen und Kollegen des Schienenwerks von Voestalpine haben Lieske nicht ins Herz geschlossen. Die Hälfte ist nach der Werksschließung 2013 inzwischen in Hartz IV. Lieske hat sich schon damals damit hervorgetan, einen Kampf zu verhindern. Statt Streik um jeden Arbeitsplatz empfahl er wortradikal, aber in der Praxis kniefällig, einen „neuartigen Arbeitskampf: mit Überstunden um den Erhalt des Werkes „kämpfen“. Die Gewerkschafter bei ArcelorMittal haben ihm jüngst mehrheitlich strikt untersagt, einen von der Konzernspitze erpressten Tarifvertrag zu unterschreiben.

 

Lieskes neuester Streich: ein Interview in der jungen welt vom 22. September. Darin hetzt der SPD-Stadtrat gegen die MLPD als „Zeugen Jehovas der Arbeiterbewegung“ und „völlig durchgeknallt“. Nicht nur von Arbeitskämpfen hat Lieske keine Ahnung, sondern offenbar auch sonst: Zeugen Jehovas verbietet ihre Religion jede Einmischung in weltliche Dinge.

 

Vor allem aber freut er sich: „Zu einem wilden Streik ist es jedenfalls nicht gekommen, auch wenn die MLPD das gerne so möchte.“ - Und er rät „dringend von solchen Aktionen ab“.

Kniefällig und mit Überstunden werden die Stahl-Arbeitsplätze nicht zu retten sein Jörg Weidemann, Mitglied des Zentralkomitees der MLPD

Ein Blick in die Geschichte des Kampfs um Arbeitsplätze zeigt: 1997 hat der Streik der Bergarbeiter die Zechenschließung zum Teil um Jahrzehnte verhindert. 2004 hat der siebentägige selbständige Streik das Bochumer Opelwerk für 10 Jahre bewahrt. Aber die Streikvermeidungstaktik von Rainer Einenkel hat die Werksschließung 2014 nicht verhindert. Deutschland ist gepflastert mit den Werken, deren Belegschaften die reformistische IG Metall-Spitze empfohlen hat, nicht selbständig zu streiken. All zu oft hat die IG Metall-Führung sogar massiv dagegen gearbeitet: Nokia in Bochum, AEG in Nürnberg, Ontex und Ball in Recklinghausen ... Sie alle sind planmäßig stillgelegt worden!

 

Das bedeutet: So lange es den Kapitalismus gibt, werden Erfolge der Arbeiterinnen und Arbeiter nur zeitweilig sein. Aber ohne Kampf bekommt man gar nichts – höchstens den Tod auf Raten.

 

Jeder Stahlarbeiter weiß, die MLPD steht für eine kämpferische, positive Gewerkschaftsarbeit. Sie stärkt die Gewerkschaften als Kampforganistionen. Aber die MLPD weiß auch, dass es in Deutschland nur ein extrem eingeschränktes Streikrecht gibt. Sie sagt deshalb auch, dass notfalls  der gewerkschaftliche Rahmen zu durchbrechen ist und selbständige Streiks für den Kampf um jeden Arbeits- und Ausbildungsplatz notwendig sind. Da hat Lieske kein Geheimnis ausgeplaudert. Aber jetzt weiß auch jeder, was Lieske von einem solchen Kampf hält: Nix!

 

Wenn Dieter Lieske den Arsch nicht in der Hose hat für einen Kampf, ist das seine Sache. Aber Kolleginnen und Kollegen, die sich zu so einem - sicher nicht einfachen - Schritt entscheiden, derart in den Rücken zu fallen – das geht gar nicht!

 

P.S. Ach so, Lieske hat der MLPD in dem Interview auch vorgeworfen, dass wir von der Weltrevolution träumen. Aber so, als ob das etwas Schlechtes wäre? Kollege Lieske, wir träumen tatsächlich von einer Welt ohne Ausbeutung und Unterdrückung der Arbeiterklasse. Und wir wissen, dafür brauchen wir eine Revolution! Das Einzige was wirklich durchgeknallt ist, ist Lieskes Antikommunismus!

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