Daimler

„Zentrum Automobil e.V.“: Wegbereiter für Faschismus in Betrieben

Unter dem demagogischen Titel „Rettet unsere Arbeitsplätze!“ hatte „Zentrum Automobil“ in geheimgehaltenen Räumlichkeiten zu einer Veranstaltung in Ludwigsburg am 10. September eingeladen.

von wb

Neben Oliver Hilburger sollte auch Jürgen Elsässer sprechen, der als Gallionsfigur der faschistischen Intellektuellen-Szene gilt.

Veranstaltung abgesagt

Als die Veranstaltung bekannt wurde, hat das Bündnis „Mut gegen rechts“ eine Demonstration angemeldet und herausgefunden, wo diese stattfinden soll. Der Wirt hat daraufhin die Veranstaltung abgesagt. Auch Dirk Spaniel, Ingenieur bei Daimler und Direktkandidat der AfD für Stuttgart II, stand plötzlich als Referent nicht mehr zur Verfügung. Das sind wichtige Erfolge des antifaschistischen Widerstands.

"Zentrum Automobil" ist eine faschistoide Betriebsorganisation

Bereits Ende April 2014 hat die „Rote Fahne“ über „Zentrum Automobil“ geschrieben: „Alle wesentlichen Ziele und Methode können und müssen – trotz Tarnung – ideologisch, politisch und organisatorisch auf die neofaschistische Szene unter maßgeblicher Führung der NPD zurückverfolgt werden ... Ihre Aktivitäten richten sich besonders gegen die Arbeiteroffensive und die seit Jahrzehnten dort geleistete marxistisch-leninistische Kleinarbeit und ihren Einfluss." „Zentrum Automobil“ muss deshalb als faschistoide Betriebsorganisation qualifiziert werden, was allerdings selbst vielen ihrer Mitglieder nicht bewusst ist.

 

Diese Gruppierung  gibt sich als Kritiker der Klassenzusammenarbeitspolitik. Indem sie die IG Metall zum Gegner erklärt und die Kollegen zum Übertritt in „Zentrum Automobil“ aufruft, spaltet und schwächt sie die Arbeiterbewegung.

Autokonzerne aus der Schusslinie genommen

Im Einladungsflyer wird Verwirrung gestiftet: die „Autoabgase (von Diesel-PKW, d.V.) sind geradezu lächerlich im Vergleich zum Schadstoff-Ausstoß, den die Schifffahrt verursacht“. Dieser Fakt wird als Rechtfertigung missbraucht, um die Autokonzerne aus der Schusslinie zu nehmen, deren Diesel-PKWs die Luft in unserer Städten vergiften.

Keine Liste, die mit Faschisten zusammenarbeitet, zulassen!

Dazu Volker Kraft, Direktkandidat der Internationalistischen Liste/MLPD und Betriebsrat / Schwerbehindertenvertreter bei Daimler in Untertürkheim: „Nach dem Auftritt von Oliver Hilburger bei der Kundgebung der AfD am 1. Mai in Zwickau macht diese Veranstaltung nochmals deutlich, dass seine faschistische Vergangenheit keine 'Jugendsünde' gewesen ist. Statt die kriminelle Abgasmanipulation durch Daimler und seinen Vorstand anzuprangern, werden Umweltbewegung und Internationalistische Liste/MLPD attackiert. Die 'Offensiven Metaller' haben sich deshalb an die Vetrauenskörperleitung der IG Metall gewandt, um gemeinsam dafür zu sorgen, dass bei den Betriebsratswahlen im Frühjahr 2018 keine Liste zugelassen wird, die mit Faschisten zusammenarbeitet.“