Kollegen-Zeitung

„Ein Streik ist richtig und muss jetzt vorbereitet werden!“

„Ein Streik ist richtig und muss jetzt vorbereitet werden!“ So titelt eine Extra-Ausgabe der Kollegen-Zeitung „Stahlkocher“. Weiter heißt es im Text:

Aus "Stahlkocher"

Der Stahlaktionstag gegen die Fusionspläne war ein voller Erfolg. An den meisten Standorten hat die Frühschicht gestreikt und ist gemeinsam nach Bochum gefahren. So haben wir diesen Tag zu unserem Streiktag gemacht.

Große Solidarität

Wir haben eine große Solidarität erfahren. Am Tor Süd in Bochum begrüßten uns die Opelaner und Montagsdemos mit ihrem offenen Mikro. Es sprachen Kollegen verschiedener Stahlwerke, aber auch von Ford und Daimler, … Auszubildende und Gabi Fechtner, Vorsitzende der MLPD.

 

Später sprachen auch Vertreter anderer Parteien zum offenen Mikrofon der Montagsdemos wie Sevim Dagdelen von der Linken und Axel Schäfer von der SPD. Der kämpferische Demozug hat Aufsehen erregt. Egal aus welchem Betrieb, alle betonten, dass jetzt ein unbefristeter Streik organisiert werden muss.

Kein Auftrag von der Belegschaft

Auch die offiziellen Kundgebungsredner von IG Metall, SPD (Nahles) und CDU schlugen erstaunlich kämpferische Töne an und bekamen dafür viel Applaus. Noch vor der Wahl wurde aber schon am Samstag ihre Inkonsequenz deutlich: Am Freitag haben sie noch davon gesprochen, dass sie gegen die Fusion sind, am Samstag schon haben sie im Aufsichtsrat die Fusionspläne des Vorstands „entgegengenommen“ und eine gemeinsame Arbeitsgruppe gebildet, die nur noch klären soll, WIE die Fusion aussehen soll. Damit hat man die Fusion bereits akzeptiert und macht bei der Umsetzung mit. Dafür haben sie überhaupt keinen Auftrag von der Belegschaft!

 

Diese Fusion sieht die Vernichtung von 4.000 Arbeitsplätzen vor, als ersten Aufschlag. Die Verlagerung des Firmensitzes deutet darauf hin, dass Thyssen sich, wenn auch scheibchenweise, vom Stahlbereich trennen will. Das ist überhaupt nicht verhandelbar. Hier geht es um unsere Zukunft! Jetzt wollen wir mitbestimmen und dies geht nur mit einem organisierten Streik, bis die Fusionspläne vom Tisch sind!

Wie und wer soll das organisieren?

Das finden viele richtig, doch gleichzeitig stellt sich immer wieder die Frage, wie und wer soll dies organisieren? Dass einige Betriebsräte in den Betrieben alles dagegen getan haben, dass es zu einem längeren Streik kommt, und hauptsächlich auf symbolische Aktionen setzen, passt zu diesen windelweichen Forderungen. Deshalb können wir uns hierauf nicht verlassen.

 

Hier haben die Opelaner aus Bochum beim Aktionstag über ihre Erfahrungen berichtet, wie wir Arbeiter einen Streik selbst organisieren können, dass dies gut organisiert sein muss, gemeinsame Forderungen und Prinzipien entwickelt werden müssen. Am Samstag wurde in einigen Bereichen beraten, ob wir jetzt einen unbefristeten Streik anfangen. Dies wurde verschoben und soll jetzt intensiv vorbereitet werden. Völlig zu Recht sagen die Kollegen, es bringt nur etwas, wenn wir alle zusammen streiken. Jetzt kann es nicht mehr heißen „man müsste“ - jetzt heißt es: gut vorbereiten und machen!

Besser organisieren

Wir haben gesehen, wie die Vorstände dies vorbereitet haben, mit Hochglanzbroschüren und Filmen. Dies haben wir schon so oft gehört und nach spätestens zwei Jahren kam der nächste Angriff auf unsere Arbeitspätze und Löhne. Die Konzerne sind gut organisiert und wollen uns von einem Kampf mit vagen Versprechungen und Hinhaltetaktik abhalten. Dann müssen wir uns besser organisieren. In allen Standorten, Betrieben, Abteilungen und Schichten brauchen wir jetzt Kollegen, die bereit sind, einen Streik vorzubereiten, so dass wir wirklich unsere volle Kraft einsetzen.

 

Streik bis die Fusionspläne vom Tisch sind!

Kampf um jeden Arbeits- und Ausbildungsplatz!

Gemeinsam mit den Tata-Kollegen – für die Zukunft der Jugend!