München

Erfolg gegen Antisemitismuskeule - Vortrag findet statt

Das Münchner Landgericht hat gestern entschieden, dass das Kulturzentrum Gasteig mit der Kündigung der Räumlichkeiten für einen Vortrag von Judith Bernstein rechtswidrig gehandelt hat.

Korrespondenz aus München

Eine einstweilige Verfügung macht die Kündigung rückgängig. Judith Bernstein, die Sprecherin der Jüdisch-Palästinensischen Dialoggruppe München (JPDG), wird am 3. Oktober über die politische Bedeutung Jerusalems sprechen (Rote Fahne News berichtete vorgestern).

Formaler Grund fadenscheinig

Bisher hat die Stadt München über den Antrag der Stadtratsfraktionen von SPD und CSU, jede israelkritische Veranstaltung aus ihren Räumen zu verbannen, noch nicht entschieden. So musste für die Vertragskündigung des Gasteig ein formaler Grund herhalten: Die Veranstalter seien bei Vertragsabschluss nicht klar gewesen. Das Gericht wies dies zurück. Aus dem Briefwechsel sei deutlich hervorgegangen, dass insgesamt neun Veranstalter, darunter das Münchner Bündnis gegen Krieg und Rassismus und die JPDG, verantwortlich zeichnen.

"Jerusalem, das Herzstück des israelisch-palästinensischen Konflikts"

So lautet der Titel des Vortrags von Judith Bernstein, der am 3. Oktober 2017 um 19 Uhr  im Carl-Amery-Saal im Gasteig in München, Rosenheimer Straße 5, stattfindet. Judith Bernstein wurde 1945 in Jerusalem als Tochter deutsch-jüdischer Eltern geboren, die 1935 auf der Flucht vor dem Hitlerfaschismus nach Palästina emigrieren mussten.

 

Judith Bernstein lebt seit 1976 als freie Publizistin in München. Ihre nahost-politische Arbeit begann 1991. Seither ist sie Mitglied der „Jüdisch-Palästinensischen Dialoggruppe München“, in der Palästinenser, Juden und Israelis zusammenarbeiten. Die „Dialoggruppe“ tritt für das Ende der israelischen Besatzung und für die Gleichstellung der Palästinenser in Palästina und Israel ein.