Berliner Charité

Erneut Streik für mehr Personal

Ab 4. Oktober ruft ver.di erneut alle Beschäftigten der Berliner Charité zum Streik für mehr Personal auf. Bereits vor einer Woche wurde dafür fünf Tage gestreikt.

Korrespondenz aus Berlin
Erneut Streik für mehr Personal
2015 erstreikten die Charité-Beschäftigten einen Tarifvertrag Gesundheitsschutz (rf-foto)

Provokativ verweigert der Charité-Vorstand den Abschluss eines verbesserten Tarifvertrages, der verbindliche Personalquoten festlegt.

Angeblich sei kein Personal zu bekommen

Die Frechheit ist, dass er sich sogar noch als Opfer darstellt. Scheinheilig beteuert er, „dass man ja mehr Personal einstellen würde, aber der Markt sei leergefegt“. Die Kollegen nehmen das nicht mehr hin und fragen: „Warum habt ihr die Ausbildungsplätze mehr als halbiert und behandelt das Personal so schlecht, dass nur wenige hier anfangen wollen oder etliche nach wenigen Wochen Charité Erfahrungen gleich wieder aufhören?“

Verbesserter Tarifvertrag Gesundheitsschutz

Gefordert wird „Mehr Personal und Entlastung im Krankenhaus“ und ein „verbesserter Tarifvertrag Gesundheitsschutz“. Dieser wurde vor zwei Jahren erstreikt und sollte klare Personalvorgaben pro Patient regeln, z.B auf einer Intensivstation eine Pflegekraft für zwei Patienten. Aber auch in den Normalstationen 5:1 in der Frühschicht und weitere Festlegungen.

 

Allerdings stand dazu keine verbindliche Regelung im Tarifvertrag. Das hat der Charité-Vorstand voll ausgespielt und so hat sich die Situation in vielen  Stationen sogar noch verschlechtert und verschärft sich zusätzlich, weil die Fälle von Burnout zunehmen. So kommt es inzwischen vor, dass eine Pflegekraft morgens alleine mit über 25 Patienten  steht, begleitet von der Anweisung der Pflegedirektion, das „irgendwie zu schaffen“.

 

Bettensperrung und damit Profitausfall wird mit massivem Druck entgegengetreten. Mit ihren Streik fordern die Kolleginnen und Kollegen jetzt insbesondere das Recht, selbständig Betten sperren zu dürfen, wenn  Personal fehlt.

 

Der Charité Vorstand setzt die Streikenden massiv unter Druck. Trotz des Streiks wurden massiv Patienten aufgenommen, Operationen wurden zu Notfällen umdeklariert. Erst nach drei Tagen war der Vorstand bereit, eine Notdienstverordnung zu unterschreiben. Er riskierte damit bewusst das Wohl der Patienten, um die Kolleginnen und Kollegen unter Druck zu setzen. „Nicht der Streik sondern der Normalbetrieb gefährdet Patienten“ entgegnen die Streikenden und nehmen die Machtprobe an.

Die Beschäftigten wollen gleichzeitig und gemeinsam streiken

Die  beginnende Streikwoche ist Anlass und gute Gelegenheit, den gemeinsamen Kampf neu zu beraten und den gleichzeitigen und gemeinsamen Kampf aller Beschäftigten im Konzern zu organisieren.

 

Eine Belegschaft - Ein Tarifvertrag - Ein Kampf!