Opel Eisenach

Jubiläumstage im Zeichen des Kampfs um jeden Arbeitsplatz

Am 1. September platzte die Bombe. Die Arbeiten am Modell Mokka, welches der Eisenacher Belegschaft am 16. Dezember 2016 als Ersatz für die Produktion von Corsa und Adam versprochen wurde, wurden eingestellt.

Von Korrepondenz aus Eisenach / gis
Jubiläumstage im Zeichen des Kampfs um jeden Arbeitsplatz
Damals kam die "Mocca-Zusage" - Belegschaftsversammlung im Dezember 2016 (rf-foto)

Damit war klar: die Versprechungen von Ende letzten Jahres waren der Versuch, die Belegschaft zu beruhigen und vom Kampf um jeden Arbeitsplatz abzuhalten.

Auf der Seite der Arbeiter und ihrer Familien

Einen Tag vor der Jubiläumsfeier zu 25 Jahre Opel Eisenach hat am Freitag, den 29. September 2017 eine sehr kämpferische Belegschaftsversammlung stattgefunden. Nur fünf Tage nach der Bundestagswahl machte das Bündnis der Internationalistischen Liste/MLPD in Eisenach deutlich: ob Wahlen oder nicht – wir stehen auf der Seite der Arbeiter und ihrer Familien!

 

Auf einer Kundgebung vor der Belegschaftsversammlung standen die Vertreter der Internationalistischen Liste/MLPD dafür ein, dass Protest links ist und griffen die AfD und ihre Demagogie an. Der Kampf um jeden Arbeitsplatz kann nur im Kampf gegen die Konzernspitze von PSA und Opel und ihre Politiker von CDU, SPD bis AfD durchgesetzt werden.

 

Der Imperialismus führt gesetzmäßig zu Krieg, Umweltzerstörung und Arbeitsplatzvernichtung. Um ihm gegenüber eine überlegene Kraft zu werden, müssen sich die Arbeiter organisieren. Viele Kollegen verfolgten die Redebeiträge gespannt. Sie wurden herausgefordert, Zukunftsentscheidungen zu treffen ...

Kämpferische Belegschaftsversammlung

In der Belegschaftsversammlung selbst scheiterte die Taktik der Geschäftsleitung kläglich, die Mokka-Lüge weiter aufrechterhalten zu wollen und auf ein Entscheidungsdatum in 40 Tagen zu orientieren. Erstens kennen die Kollegen die Versprechungen der Geschäftsleitung seit 25 Jahren und haben die Erfahrung gemacht, dass sämtliche Verträge immer wieder gebrochen wurden. Zweitens wissen die Arbeiter, dass die Geschäftsleitung bereits Fakten geschaffen hat. Drittens gingen die Arbeiter in die Offensive.

 

Ursprünglich wollte der extra dafür angereiste Personalvorstand Schumacher seine Rede halten und ohne auf die Fragen der Kollegen zu antworten direkt wieder gehen. Doch das duldete die Belegschaft diesmal nicht. Sie setzte durch, dass die Tagesordnung der Versammlung verändert wurde. Damit kamen die Kollegen zu Wort, bevor der Personalvorstand durch die Hintertür verschwinden konnte.

 

Sie gaben ihm die klare Botschaft mit, dass die Eisenacher Opelaner den Kampf um ihr Werk und um jeden Arbeitsplatz aufnehmen werden. Sie machten eindrücklich deutlich, dass es nicht nur um die 1800 Arbeitsplätze bei Opel direkt geht, sondern um 10000 Industriearbeitsplätze und somit um die Zukunft der ganzen Region.

Antikommunistische Hetze zurückgewiesen

Die antikommunistische Hetze gegenüber einzelnen Kollegen, sie würden „nur ihr eigenes parteipolitisches Süppchen kochen“ und „die Werkschließung durch selbsterfüllende Prophezeiung herbei reden“ wurde offensiv und überzeugend zerlegt und bekam von der Belegschaft eine Abfuhr. Die Kollegen griffen das Autokartell und seine Umweltverbrechen an, deckten gesundheitsgefährdende Umweltverbrechen in der Eisenacher Lackiererei auf und stärkten die notwendige Solidarität in der Belegschaft.