Tarifkampf

Verhandlungen für Gebäudereiniger abgebrochen

600 Gebäudereinigerinnen und Gebäudereiniger demonstrierten am 26. September in Essen.

Von Gerd Pfisterer

Dort fand die vierte Verhandlungsrunde über den Tarifvertrag der Gebäudereiniger statt. Die IG BAU fordert einen Euro mehr für alle, einen Einstieg in ein Weihnachtsgeld (75 Prozent) und die Lohnangleichung Ost-West. Die war bereits für 2019 vereinbart, wurde aber einseitig vom Bundesinnungsverband des Gebäudereiniger-Handwerks gekündigt.

"Raus aus dem Niedriglohn ..."

„Ohne Ost-West-Angleichung geht gar nichts,“ sagt Frank Lattrich von der IG BAU Essen. Die Kolleginnen und Kollegen bekommen in Ostdeutschland 9 Prozent weniger! Und das bei einem Branchen-Mindestlohn von 10 Euro. „Wir wollen einen Euro für alle Lohngruppen, als einen Schritt raus aus dem Niedriglohnsektor – obwohl das eigentlich immer noch zu wenig ist.“

Ich finde das beschämend, was die Arbeitgeberseite sich herausnimmt, ... so ein Angebot zu machen nach 28 Jahren deutscher Einheit

Ein betroffener Kollege

Auf der Homepage der IG BAU schreibt ein Kollege: „Ich finde das beschämend, was die Arbeitgeberseite sich herausnimmt, das grenzt schon an bodenlose Frechheit, … so ein Angebot zu machen nach 28 Jahren deutscher Einheit. Dass Gebäudereiniger trotz ihrer Arbeit noch Aufstockung vom Staat beziehen, um überleben zu können. Das ist keine Wertschätzung unserer Arbeit, die wir als Gebäudereiniger leisten.“

Bundesinnungsverband mauert

Der Bundesinnungsverband hat kein Angebot für das Weihnachtsgeld gemacht, auch die Kündigung der Angleichung Ost-West nicht zurückgenommen und für die Löhne lediglich ein Angebot von umgerechnet 1,85 Prozent für den Westen und 2,7 Prozent für den Osten gemacht. Das hat die IG BAU abgelehnt und die Verhandlungen abgebrochen. Der nächste Termin ist Mitte Oktober in Frankfurt.