Berlin

Ab 4. Oktober wieder Streik an der Charité

Ab 4. Oktober ruft ver.di erneut alle Beschäftigten der Berliner Charité zum Streik für mehr Personal auf.

Korrespondenz aus Berlin

Bereits vor einer Woche wurde dafür fünf Tage gestreikt. Provokativ verweigert der Charité-Vorstand den Abschluss eines verbesserten Tarifvertrages, der verbindliche Personalquoten festlegt. Scheinheilig beteuert er, „dass man ja mehr Personal einstellen würde, aber der Markt sei leergefegt“.

 

Die Kolleginnen und Kollegen nehmen das nicht mehr hin und fragen: „Warum habt ihr die Ausbildungsplätze mehr als halbiert und behandelt das Personal so schlecht, dass nur wenige hier anfangen wollen oder etliche nach wenigen Wochen Charité-Erfahrung gleich wieder aufhören?“

Klare Personalvorgaben sollen her

Gefordert wird „Mehr Personal und Entlastung im Krankenhaus“ und ein „verbesserter Tarifvertrag Gesundheitsschutz“. Dieser wurde vor zwei Jahren erstreikt und sollte klare Personalvorgaben pro Patient regeln, z.B auf einer Intensivstation eine Pflegekraft für zwei Patienten. Aber auch in den Normalstationen und für andere Bereiche wie in der Verwaltung usw.

Warum streiken nicht alle gemeinsam?

Mit Beginn der neuen Streikwoche steht jetzt die wichtigste Frage, wie der Kampf höherentwickelt werden kann, um der provokativen Ignoranz des Charité-Vorstandes und seines Dienstherren, des Berliner SPD/Linkspartei/Grünen-Senats, wirkungsvoll entgegenzutreten.

 

Auf wachsende Kritik trifft die Entscheidung von ver.di, nicht alle Kollegen des Konzerns zum zeitgleichen Streik aufzurufen. Ein Transportarbeiter der CFM traf den Kern der Sache, als er letzte Woche auf der Streikversammlung fragte: „Warum streiken wir eigentlich nicht zusammen, und die Ärzte auch gleich mit? Da würde doch viel mehr herauskommen.“

 

Die beginnende Streikwoche ist Anlass und gute Gelegenheit, neu zu beraten, wie der gemeinsame Kampf aller Beschäftigten im Konzern zu organisieren ist. Eine Belegschaft - ein Tarifvertrag - ein Kampf! Es wird spannend werden.