Oslo/Genf

Friedensnobelpreis für Atomwaffengegner

Den diesjährigen Friedensnobelpreis erhielt die "Internationale Kampagne zur Abschaffung von Atomwaffen (ICAN) - eine große Anerkennung für den überwältigenden Friedenswunsch der Menschen auf der Welt und engagierte Friedenskämpfer.

Von gos

So begründet die Chefin des norwegischen Nobel-Komitees, Berit Reiss-Andersen die Preisvergabe: "Wir leben in einer Welt, in der das Risiko, dass Atomwaffen zum Einsatz kommen, größer ist als lange Zeit." Das Komitee appellierte an die Großmächte, Atomwaffen auf keinen Fall zum Einsatz zu bringen.

Gemeinsame Kampagne von 468 Organisationen in 101 Ländern

ICAN ist ein Zusammenschluss von mittlerweile 468 nichtstaatlichen Organisationen in 101 verschiedenen Ländern, größtenteils Friedensgruppen und Organisationen, die sich seit Jahren gegen Atomwaffen und Aufrüstung engagieren.

 

Die Initiative zur Gründung des Bündnisses ging 2007 unter anderem von den  "Internationalen Ärzten für die Verhütung des Atomkrieges" (IPPNW) aus. Koordiniert wird die ICAN-Arbeit von einem zentralen Büro in Genf mit vier Mitarbeitern, ICAN Deutschland e.V. hat zwei Mitarbeiter.

 

Die Kampagne versucht vor allem auf Regierungen Einfluss zu nehmen und sie zum Verzicht auf Atomwaffen zu bewegen. So hatte sie maßgeblich daran mitgewirkt, dass am 7. Juli 2017 fast zwei Drittel - 122 - der UN-Mitgliedsstaaten für einen Vertrag über das Verbot von Kernwaffen gestimmt haben.

Verbot und Vernichtung aller Atomwaffen dringend notwendig

Die bekannten Atommächte haben daran aber genausowenig teilgenommen wie die meisten NATO-Staaten - auch Deutschland hielt sich fern. Denn die Bundesregierung unterstützt ausdrücklich die Stationierung von US-Atomwaffen in Deutschland, unter anderem auch mit Bundeswehr-Einrichtungen sowie -Personal. 

 

Die MLPD tritt seit langem ebenfalls für das weltweite Verbot und die Vernichtung aller atomaren, chemischen und biologischen Waffen ein. Um es durchzusetzen, bedarf es einer neuen weltweiten Friedensbewegung als Teil einer breiten antiimperialistischen Einheitsfront.

 

Um die Kriegsgefahr endgültig aus der Welt zu verbannen, gilt es den Imperialismus weltweit auf revolutionärem Weg - mit dem Ziel vereinigter sozialistischer Staaten der welt - zu überwinden.